LO-b Cohärcnz dcr Flüssigen, Aggrcgatzuständc.
Gase §. 26.). Wo die Ouecksilberschicht nicht zu stark ist, gehtder Proceß schnell von Statten. Bei dem Barometer ist er sehrlangsam, aber das Quecksilber hat hier auch eine Höhe von einigenDecimctcrn. Auch abgesehen von den Versuchen, die Daniel! undandre angestellt haben, muß man es daher für weit wahrscheinlicherhalten, daß der Wafferdampf und die Luft sich zwischen dem Glasund dem Metalle einen Weg bahnen, als daß sie durch die Massedes Metalles gehen.
§. 211. Ich habe die Auflösungen ganz kurz betrachtet undnur in Beziehung auf die Adsorption und Adhäsion, deren Gesetzesehr nahe verwandt zu sein scheinen. In beiden Fällen werden dieAgzregatzustäude nur zu Gunsten des flüssigen verändert; die Gasewerden durch die Körper, mit denen sie in Berührung treten, bisgnf einen gewissen Grad verhindert, ihre Gasform anzunehmen,und in beiden Fällen sind es offenbar dieselben Gase, diejenigen,welche auch für sich leichter flüssig zu machen sind, die sich der Ver-wandlung am willigsten darbieten. Es war daher zu entschuldigen,wenn man beide Erscheinungen als Absorption zusammenfaßte. Aberdie Aehnlichkeit ist nur scheinbar. Sie geht mehr aus dcr Beschaf-fenheit des absorbirteu als aus der des absorbircnden Körpers her-vor und die Gesetze der Auflösung und der Jusorption sind wesent-lich verschieden von denen her Adhäsion und Adsorption. Hier istdie Verbindung mechanisch; dort ist sie physisch. Hier ist die Hoff-nung Vorhäuten, fast alles auf sehr einfache Principien, auf die Tex-tur und auf die Synaphis zurückzuführen; dort haben wir nochkein leitendes Princip und die Körper scheinen wie in den chemischenProcessen einer für uns willkürlichen Wahlenziehung zu folgen. Mandarf sich deßhalb nicht verleite» lassen, diese Verbindung der che-mischen nah zu stellen. Denn von ihnen trennt sie nicht nur dieArt, wie die Stoffe zusammentreten, sondern auch die Beschaffen-heit der Stoffe selbst. Wie ich schon in der Einleitung bemerkte,gehört die chemische Verbindung den in der Totalität ihrer physi-schen Eigenschaften entgegengesetzten Substanzen, die Auflösung dage-gen den ähnlichen Substanzen an.
§. 2l5. Die Literatur zu diesem Abschnitte besteht aus Dal-ten's Werke dlvstom ok ckomicsl I'üilosopli^, aus wel-
chem die Tabellen über die Siedpuncte der Auflösungen in alle Hand-bücher der Chemie übergegangen sind, und aus einer großen Anzahl