Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
221
JPEG-Download
 

Feste Wände, Röhren.

LL1

einer Flüssigkeit, bei den Oscillationen, welche eine Flüssigkeit ineiner Heberröhre macht, um das verlorene Gleichgewicht wiederzu erlangen. Hierüber hat Lehot einige Versuche angestellt. Erbeobachtete die Differenz in der Weite zweier benachbarten Oscilla-tionen oder ihrer Anzahl, bis ihre Weite eine gewisse Grenze er-reicht hatte, und fand

im

Wasser,

Alkohol,

Quecksilber.

bei 60 0.

8

7

—

17

12

9

16

80

'—

16

—

02

16

—

—

Nach S Oscillationen war der Alkohol so weit gebracht, alsdas Wasser erst durch 12 und das Quecksilber durch 16, also dieReibung an der Wand war am kleinsten im Quecksilber, am größten imWeingeist. In höheren Temperaturen werden die Unterschiede klei-ner. Das Quecksilber, auf welches die Wärme auch im Ausströmenwenig Einfluß hat, würde wahrscheinlich bei allen Temperaturendieselbe Reibung zeigen.

§. 226. Den Vorgang bei dem Abflusse durch cylindrische,horizontal gestellte Röhren kann man sich folgendermaßen verstellen:In dem Recipienten nimmt die Dichtigkeit des Wassers von derOberfläche an bis au das Niveau der Ocffnung zu und hat hiereine solche Größe erreicht, daß die Geschwindigkeit, die ein flüssigesTheilchen, durch das Bestreben sich zu seiner gewöhnlichen Dichtig-keit auszudehnen, erlangen würde, derjenigen eines von der Wasser-höhe herabgefallencn Körpers gleich ist. Diese Geschwindigkeit kön-nen die Theilchen nicht annehmen, wenn sie genöthigt sind, sichdurch eine Röhre zu bewegen. Innerhalb dieser Röhre nimmt dieCompression ab von ihrem Anfange im Gefäße an, bis zu ihrerMündung, wie aus der nicht schwer zu messenden straft, mit derdie Flüssigteit an die Wände der Röhre drückt, hervorgeht. DasWasser ist in dieser Beziehung der Luft gleich, die ebenfalls, wennsie aus Kanälen strömt, eine allmälig abnehmende Cdmpression er-leidet. Aber die Luft wird durch die Compression auch in ihrerDichtigkeit so stark verändert, daß zwar die Luftwaffe, welche ineiner Secunde durch jeden Querschnitt geht, in der ganzen Längeder Röhre constünt ist, aber nicht die Geschwindigkeit der einzelnenLusttheile. Bei dem Wasser dagegen, wo die Dichtigkeit durch keine