Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
220
JPEG-Download
 

220

Cohärenz der Flüssigen, Bewegung.

Salzen, welche nm so schneller ausfliesen, je verdünnter sie sind.Girard hat das specifische Gewicht der untersuchten Flüssigkeitennicht angegeben, auch sind die Unregelmäßigkeiten in den Ausfluß-zeiten zu groß, um da, wo die Unterschiede klein sind, wie zwischenden wässerigen Losungen und dem Wasser selbst, eine numerische Ver-gleichnng zu gestatten. Terpentinöl und Weingeist weichen jedoch vornWasser am meisten in ihrem Ausflüsse ab, und hier findet auch einemerkwürdige Uebereinstimmung mit der Rubrik v unsrer Tabellefür die Synaphie (§. 40) oder der Höhe, zu welchen sich die Flüs-sigkeit in einer engen Röhre erhebt. Es ist nämlich bei

Wasser, Terpentinöl, Weingeist v. 0,37.Geschwindigkeit des Ausflusses 1,00 2,26 2,44

Capillarhöhe 14,8 6,7 6,1

Product beider 14,8 45,1 14,8.

Das Produkt ist bei diesen drei Körpern cvnstant, und wennes sich auch bei den Auflösungen nicht so gleichförmig ergeben sollte,so ist auch hier die Ucbereinstiminnng unverkennbar. Bei einerBeobachtung über den Aether, welche Girard mittheilt, wonach ermehr als 8 mal schneller ausläuft, als Weingeist, ist gewiß ein Irr-thum; die Geschwindigkeit beider Flüssigkeit ist bei ganz engenRöhren nicht beträchtlich verschieden- Nehmen wir an, was ich je-doch nur als Möglichkeit gusspreche, daß jene Gleichförmigkeit dwRegelsei, welche nur durch die geringen Veränderungen, welche dieWarme in den; specifischen Gewichte und in der Synaphie hervor-bringt, inodificirt wird: so ist die Ausflnßgeschwindigkejtder Capillqrhöhe oder dem Quadrate her specifischenSynaphie verkehrt proportional, und nicht Weingeist ist,wie man gewöhnlich annimmt, leichtflüssig zu nennen, sondern dasWasser ist von allen benetzenden Flüssigkeiten am leichtflüssigsten.Woher der Irrthum in der gewöhnlichen Ansicht stammt, habe ichschon oben angeführt. Man verwechselt die Leichtigkeit zu benetzenmit der Leichtigkeit durch benetzte Wände zu fließen, die nicht nurin ihren Principien verschieden, sondern einander sogar entgegenge-setzt sind. (Siehe §. 28 und Tropfenbildung.)

§. 136. Die leichte Beweglichkeit des Wassers auf einem be-netzten Körper zeigt sich sehr häufig z. B, bei den Tropfen (§. 62ff.) welche dadurch vergrößert werden, bei der Fortpflanzung derWelle» (§. 225), bei der Bewegung eines Flugrades im Jnuern