Cohärenz, Härte. 335
der Hornblende ist die Härte etwas kleiner parallel ihren Com-binationskanten als perpendiculär darauf.
Auf dem Hauptrhomboedcr des Kalkspaths ist die Härteam kleinsten, parallel der kurzen Diagonale oder der Kante, wennman nach der stumpfen Ecke hinzieht. Am größten ist die Härteparallel der kurzen Diagonale, wenn man nach der scharfen Eckezieht. Etwas minder hart sind die Richtungen auf den Kanten nachder Spitze hin. Die Härte auf der langen Diagonale steht zwi-schen der Harte auf beiden Richtungen der kurzen Diagonale, alleindem Maximum näher, als dem Minimum *).
§. 89. Außer dem habe ich Versuche bei einer großen Anzahl vonandren Krystallen angestellt. Bei dem Sphen, Labrador, sowohlauf den polirten als den natürlichen Flächen, und auf dem Cya-nit waren die Unterschiede groß. Fast ohne Ausnahme war dieHärte am kleinsten in einer Richtung perpendiculär auf den stärk-sten, die Beobachtungsfläche durchschneidenden Durchgang. Nur aufdem Hauptdurchgange des Cyanits war die Härte stärker perpendi-cular auf einer Richtung, in welcher sich ein zweiter Nebendurch«gang zu finden schien. Bei einer Cyanittafel bemerkte ich eine selt-same Erscheinung. Sie bestand aus einem Perlmutter glänzendenund einem »rattern, aber keincswcges verwitterten Theile, die zwarallmälig in einander übergingen, aber durch den ganzen Krystall,selbst auf frischen Durchgängen, unterschieden werden konnten. Derglänzende Theil hatte sehr große Unterschiede in seiner Härte. Indem andren Theile waren sie viel kleiner, indem der härtere Theilum vieles weicher, der weichere aber conftant geblieben war.
§. SO. Bei diesen Unterschieden in verschiedenen Richtungenist das Gesetz viel verwickelter, als bei den Unterschieden der Härtein derselben Linie. Sie können nur von der Lage der Kanten ab-
') A. Scebeck giebt zwar an, daß die Härte in der langen Diagonale amkleinsten sei; allein sowohl meine früheren Versuche, als die, welche ichvor Kurzem an verschiedenen Backetaten von Kalkspath angestellt habe,lassen keinen Zweifel über die Richtigkeit meiner Angaben. Woher See-beck's Irrthum rührt, kann ich nicht sagen, da ich seinen Apparat nichtbesitze. Man muß sich bei den unvollkommenen Apparaten, die wirbeideangewendet haben, mit den Erscheinungen der Härte sehr vertraut ge-macht haben, sowohl um feine Unterschiede zu erkennen, als um dieHindernisse zu beseitigen, welche sich bei der Beobachtung eines jedennicht ganz gleichförmigen Krystalls zu zeigen pflegen.