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Krystallogenie.
Beobachtungen, wo die Krystallisationskraft durch Firniß oder durchGlas zu dringen schien, indem sich die krystallisireude Masse hiereben so anlegte, wie an den Krystall selbst, war es, so weit sie sichbestätigen, nicht der Krystall, sondern das Glas und der Firnißselbst, welche die Ablagerung bestimmten,
Man findet zuweilen, daß Krystalle von einer erkennbarenGröße in einer Auflösung schweben, bis sie sich in paralleler Lage aneinander legen. Dieses hat Chambcrlain (Xnn. ok I'lckl. 1823. VI.x. 131), am Naftalin; Wöllner Kastn. Archiv. 1825. VI. p. 370am eisen bla usa u ren Kali und Plauiava (Kastn. Archiv 1827.X. P. 42), am salzsauren Baryt und chlorsaurer Kalibeobachtet. Man erklärte auch dieses durch eine Wirkung in dieFerne. Es ist aber nur ein Beweis von der Fähigkeit zweier sichberührender und in einer Flüssigkeit schwebender Krystalle, sichso lange zu verschieben, bis sie in eine, ein bleibendes Gleichgewichtzulassende Lage gekommen sind.
§. 121. Die Krystallisationskraft ist also darin der Wärmeähnlich, daß sie ebenfalls nicht in die Ferne wirken kann, aber dieLage von zwei unmittelbar benachbarten Theilen zu ändern vermag.Allein sie ist verschieden von ihr, daß die Wärme auch in dem In-nern der Körper wirkt, während die Krystallisationszraft sich demAnscheine nach immer nur auf die Oberfläche der Krystalle beschränkt.DaS dünnste Krystallblättchen zieht die krystallisireude Substanz ebenso stark an, wie die dickste Platte. Wie die Elektricität ist sie da-her eine Obcrflächenkraft.
§. 122. Die Intensität der Krystallisationskraft zu messen,haben wir gar kein Mittel, da uns keine Wirkung von ihr be-kannt ist, die man mit einiger Wahrscheinlichkeit der Kraft selbstproportional setzen könnte. Man weiß jedoch, daß sie auf krystallo-graphisch und physisch gleichen Richtungen gleich ist. Ferner kannman mit Gewißheit annehmen, daß sie zwischen zwei Körpern, wennzwei krystallographisch gleiche Linien in Wechselwirkung treten, stär-ker ist, als wenn sie eine andre Lage haben, oder die'Körper nichthomogen sind. Und zwar gleicht die Wirkung der Krystallisations-krast in dieser Beziehung der eines Magneten, nur mit dem Unter-schiede, daß sie sich in keine merkliche Entfernung erstreckt. Wennein Magnet sich die freundschaftlichen Pole eines andren Eisenstückeszuwendet, wen« es schon magnetisch ist, und den Magnetismus in