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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Krystallisationskraft. UHt

den, weichen einander aus, so daß man zu der irrigen Meinungverleitet werden könnte, als stießen sie sich ab. Die Salztheile wer-den dabei aus den Zwischenräumen nach demselben Gesetze gezogen,welches in den tieferen an der Lust verdampfenden Auflösungenwirkt, wo daS Wasser an der Oberfläche verdampft und das Salzsich dennoch an dem Boden ansetzt. Die Salzschicht wird nämlichdurch Verdampfung oder Abkühlung übersättigt und theilt diesenUeberschuß den benachbarten Theilen der Auflösung mit u. s. s.;aber die Auflösung, welche die krystallisirteu Salztheile berührt, istjeder Ucbersättigung unfähig, und so geht allmälig das Salz «ndie Krystalle über. Nur wo die Ucbersättigung zu groß ist und derKrystall den Ueberschuß zu langsam aufnimmt, bilden sich neueKrystallisativnsceytra. Man kann daher diese Wanderung der Salz-theile nicht mit der Zersetzung zwischen den Polen eines galvani-schen Apparates vergleichen, aber wol mit einem Destillationsproceß,wo der Ueberschuß sich ebenfalls nur an einem Orte niederschlägt,wo die absolute Dampfmcnge am kleinsten ist.

§. 126. Es ist eine für die Krystallkunde sehr interessanteFrage, wie sich isomorphe Körper verhalten; ob z. B. in einerAuflösung von salpetersaurem Natron ein Kalkspathkrystall die Ue-sättigung ebenfalls verhindert. Man müßte in die in einer flachenSchale oder auf einem Glase krystallisirende Flüssigkeit mehrere Kry"stalle bringen und beobachten, wo die durch Verdampfung sich cvn-centrirende Flüssigkeit am frühesten anschießt. Einige vorläufigeVersuche, die ich angestellt habe, machen es wahrscheinlich, haß hiereine gewisse Wahlanziehung statt findet. Auch bei nicht krystallisirteuOberflächen zeigt sich ein beträchtlicher Unterschied in der Fähigkeitdie Krystallisation zu bestimmen. Geölte oder gefirnißte Glasschei-ben wirken weit schwächer, und wo der Ueberzug nur theilweise ist,sucht das Salz sich gern freie Stellen zum Anschießen aus. Schwachbenetzbare Körper scheinen daher eine weit stärkere Ucberschmel-zung zuzulassen als andre.

§. 127. Die Norm der Zwillinge habe ich oben (§. 108), ge-geben, aber über ihren Ursprung haben wir nur Vermuthungen,Obgleich eS Umstände giebt, bei denen einige Körper, künstliche wienatürliche, fast ausschließlich in Zwillingen vorkommen, so kannman sie doch nicht für das Product eines stetig wirkenden Kryftalli-sationsactes halten, denn einmal entstanden, wachsen sie unabhängig