Beobachtungen, normale, stetige Krystalle. 367
hohem Grade von fremden Ursachen abhängig ist, giebt- in der Re-gel nur einen geringen Aufschluß. Wenn man dagegen, die Körperdurchbricht, oder die Oberfläche mit schwach auflösenden Substanzenbehandelt, so gelingt es gewöhnlich, die Textur zu erkennen. Dieauflösenden Flüssigkeiten dringen in die Zwischciiränme, welchebei einem unterbrochenen Gefüge niemals fehlen, ein, scheiden ein-zelne kleine Theile, welche dem Ganzen ein homogenes Aeußere ge-ben , aus, und legen die Textur bloß (Siehe Krystallisation §.'05.).
Durch das Zerbrechen wird erstlich eine neue Oberflächegebildet, welche die von dem Gefüge abhängigen Erscheinungendeutlicher zeigt, als die freie Oberfläche. Zweitens werden durchden Act des Zerbrechens, der in den Zwischenräumen leichter vonStatten geht, als durch das Innere der Individuen, die Unter-schiede im Gefüge dem Auge vergrößert. Nur muß man sich hüten,mit dem Educt, das man findet- ein Product des Zerbrechens zuverwechseln. Die Durchgangsstächen, die bei dem Zerbrechen derKrystalle, die muschligen Flächen, die beim Glase oder beim Quarzefrei werden, sird Prvducte; die Bruchflächen im Schiefer und GlaS-kopfe sind dagegen Educte.
II. Beobachtungen über das Gefügtz.s. Normale stetiger Krystalle.
§. 10. Die einzelnen Krystalle unterscheiden sich nach Gestaltund Größe. Die Gestalt hängt theils von der Krystallform ab,theils von Nebenumständen, welche dieser oder jener Seite eineswachsenden Krystalls mehr Stoff zuführen. Die Größe ist dage-gen von oer Krystallform ganz unabhängig, sondern bloß an dieBeschaffenheit der Umstände, unter denen der Krystall sich bildet,und an die absoluten Cohäsiouserscheinungen des krystallistrendeuStoffes gebunden (Siehe Krystallisation §. 50.).
Durch nichts wird unter sonst gleichen Umständen die Ent-stehung einzelner Krystalle mehr begünstigt, als durch eine Vermin-derung der Orte, wo sich der erstarrende Körper ansetzen kann.Statt einzelne Krystalle, entstehen Krystallhaufen, wenn sich an vie-len Orten Krystallisations - Centra bilden. Durch das Zuscnnmen-gießcn zweier Flüssigkeiten erlangt man daher in der Regel nurkleine Krystalle. Denn an jedem Puncte, wo die kleinen siclj kreu-