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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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396
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386 Cohärenz der Festen, Elementarbewegungcn.

welche Schwefelwasserstoff streicht, behalten ihre Gestalt und demAnscheine nach ihre Durchgänge bei und werden zu geschwefeltemEisen (Berzelius).

Palladium in dem Dochte einer Lampe verbindet sich mitder Kohle und schwillt dabei zu einem Stoffe auf, der dem Volu-men der Palladiumstücke ähnlich, aber weit größer ist. Späterhinverbrennt die Kohle wieder und läßt das Palladium als Skelettzurück. Auch Platina erleidet durch Kohle eine ähnliche, aberweit schwächere Umwandlung. Eisen und andre Metalle, diedem Strom eines Kohlen- oder Wasserstoff-haltigen Gases ausgesetztwerden, scheinen ähnliche Verbindungen eingehen zu können, unddie Sprödigkeit, welche ein Glasstrom in mehrern Metallen hervor-bringt, davon herzurühren.

Als Gold und Silber, bei einer dem Schmelzpunkte des Sil-bers nahen Temperatur auf einander gelegt, aber späterhin keinerhöhern Temperatur als 320" ausgesetzt wurden, fand Prinsep, daßSilber in das Gold eingedrungen war und seine Oberfläche rauh,krystallinisch gemacht hatte.

§. 53. Am deutlichsten ist die von einer chemischen Verände-rung begleitete innere Bewegung bei den isomeren Körpern.Die elementaren Bestandtheile und gewöhnlich auch die äußere'Formbleiben unverändert; die Structur wird aber gänzlich umgewandelt.

Prismen von schwefelsaurem Nickel, die der Sonncn-wärme ausgesetzt werden, verwandeln sich in Aggregate von Qua-dratoktaedern, die mehrere Millimeter lang sind. Selen saurerZink verwandelt sich schon binnen wenig Augenblicken auf warmenPapier (Mitscherlich). Schwefelsaurer Zink und Talk inOel auf etwa 50» erhitzt, werden undurchsichtig und die äußere»Formen des gemeinen Bittersalzes umschließen ein Aggregat rhom-bischer Krystalle. Das Ganze zerfällt leicht (Haidinger und Mit-scherlich). Jodin - Quecksilber bildet sich in schwefelgelben Ta-feln. Eine geringe Reibung bringt eine scharlachrothe Farbe her-vor, die sich mit einer deutlichen innern Bewegung über den gan-zen Krystall verbreitet. Erwärmung führt den frühern Zustand zu-rück (Hayes). Arragonit im Glaskolben erhitzt, zerspringt plötz-lich. Kalkspath bleibt unverändert. Es ist möglich, daß derArragonit dabei zum Kalkspathe wird. Aehnlichej Unterschiede findensich auch zwischen andern isomorphen Krystallen.