Cohärcnz der Festen, Elementarbewcgungen
Die Krystallform, die sich im Momente dcö Erstarrens bildet, ge-hört bald dem tesseralen (einige Metalle, Phosphor), bald demrhombocdrischcn (Arsenik, Antimon, Kalkspat!)?), bald dem monokli-„ischen (Schwekel), unstreitig zuweilen auch anderen Systemen an.
Wäre es erwiesen, daß der Uebergang zwischen dimorphenKörpern an eine gewisse Temperatur gebunden ist, so könnte manauS dem Dasein mancher Krystallformen, die keine Umbildung er-litten haben können, über die bei der Bildung einiger Formationenstatt gefundene Temperatur entscheidende Resultate erlangen.
H. Elementare Bewegung ohne chemische Verän-derung.
». Krystallisation.
§. 55. Unkrystallisirte Körper werden zuweilen bald in ge-wöhnlicher, bald in höherer Temperatur zu deutlichen Krystallen.Hin und wieder mag diese Umwandlung von einer isomeren Ver-änderung herrühren; jedoch ist dieses gewiß nicht immer der Fall.Der Proceß ist offenbar nur ein Product der auch im festenKörper nicht ganz schlummernden KrystaüisationSkraft und bedarfnur der Zeit, um sich zu entwickeln.
Die zahlreichen Krystalle, die bei festen Körpern, welche mitAnflösungsmitteln behandelt werden, erscheinen, gehören nicht hier-her. Sie sind schon vorher da gewesen und nur das, was sie ver-deckte, ist durch die Auflösung oder das Abschmelzen entferntworden.
§. 56. In gewöhnlicher Temperatur und binnen wenigen Ta-gen oder Wochen hat man bis jetzt bei folgenden festen Körperneine deutliche Krystallisation wahrgenommen.
Antimvnoryd, auS salpetersaurem Antimon bereitet und mä-ßig erwärmt, erglüht plötzlich, ein Theil reducirt sich dabei, ein an-drer verwandelt sich aber in Krystallnadeln (Blei). Das Oxyd istzweier Krystallformen fähig. Indessen wird es vielleicht durch dieErhitzung geschmolzen und dann hat die Krystallisation nichts unge-wöhnliches. Beispiele von Erglühen und theilweise schnell eintre-tender Krystallisation sind bei Löthrohr - Versuchen nicht selten.
In einer hermetisch geschlossenen Flasche wurden Ammoniak-flüssigkeit und Kalkhydrat zuweilen von der Sonne beschienen.Nach einem halben Monate hatte sich das Kalkhydrat zu scchsseiti-