Zehnte Vorlesung.
Gleichgewicht der luftförmigen Flüssigkeiten.
Wir wollen nun von dem Gleichgewichte der Gase oder lüfteförniigen Flüssigkeiten sprechen, die man so nennt, weil alledie Form und die mechanischen Eigenschaften der gewöhn-lichen Luft haben, aus welcher unser Lichtkreis besteht.
Wenn man unten in ein mit Wasser angefülltes GefäßLvft hinein bringt, so sieht man daß sie in Gestalt von mehroder weniger großen Blasen davon stiegt und mit einer immergrößern Geschwindigkeit nach der obern Fläche der Flüssig-keit steigt: eben so sieht man, wenn man Wasser siedenmacht, Blasen von Wasserdainpf auf dem Boden entstehen,nach der Oberfläche steigen und im Sieden zerplatzen.
Aus der Beobachtung dieser Erscheinungen und nocheiniger andern, welche bei dem Spiel der Pumpen hervor-gebracht werden, hatten die Alten geschlossen, daß die Luftund die Dämpfe oder Gase keine Schwere hätten, und daßsie, weit entfernt nach dem Mittelpunkt der Erde zu streben,vielmehr angetrieben würden sich davon zu entfernen, durcheine ihnen eigenthüinliche Kraft. Das war ein großer Irr-thum , der allein hingereicht hätte, einen wichtigen Zweigher natürlichen Wissenschaften in der Kindheit zu erhalten.
Wir werden bald diese Eigenschaft erklären, welche die^uftartigen Flüssigkeiten haben, über die tropfbaren empor-zusteigen; für jetzt wollen wir uns damit begnügen, einesinnreiche Anwendung dieser Eigenschaft kennen zu lernen,