Band 
Zweiter Band.
Seite
336
JPEG-Download
 

336

wenn sie gleich ihren Gesinnungen nicht entsprach, zäh-len konnte, auf laute Abstimmung über die, welcheden neuen Ausschuß bilden sollten; es geschah, undRobespierre's Anhänger wurden gewählt. In der Fran-zösischen Deputirten-Kammer unter Napoleon wurdeüber die Gesetzes-Entwürfe nur durch weiße und schwarzeKugeln abgestimmt; und es gab Abgeordnete, welchemit kluger Gewandtheit die weißen Kugeln, die sie indie Urne warfen, sehen ließen, um sich der Regie-rung kcnnbar zu machen. Dagegen ergab sich bei einerAbstimmung in der Französischen Deputirten-Kammerim Februar 1819 über den Entwurf des Gesetzes überdas Finanzjahr, daß bei der öffentlichen Abstimmung(durch Aufstehen und Sitzen) nur fünfzig — bei demgeheimen Scrutinium aber hundert Stimmen gegendas Gesetz waren; durch letzteres wurden sonach fünfzigWichte zur Pflicht zurückgebracht.

Auch in Athen stimmte der Areopag in Geheim: ")aber die dreißig Tyrannen wollten, daß er öffentlichabstimmen sollte, „um die Areopagiten nach ihrem Wil-len leiten zu können." *) **) Der Römische Senat unddie Patricier wollten eben so wenig etwas von gehei-men Abstimmungen wissen, das Volk aber war dafür:und es kostete Mühe, die I-eg«8 tabellarise für die Wah-

*)Demosthenes (öe Hirn —Der Gesetzge-ber hat — — mit Weisheit-vorgesehen, daß die Abstim-

mung geheim seyn sollte u. s. n>."

**) Lrprit 6er 1.oir, 1t>, 2, aus der Rede des

Lysias gegen Agorakrit.