tigt war, weißes Tuch zu exportiren. — Holland und Deutschland verboten dagegen die Jmpor-tation von gefärbtem englischen Tuch. — Dadurch entstand eine große Verwirrung im Handel,Cockagne wurde außer Stand gesetzt, sein Tuch wo anders als im Lande zu verkaufen; außerdemwaren seine Tuche schlecht, und theuerer als die in Holland fertig gemachten. — Die Weber er-hoben gegen dieses neue Projekt ihre Stimmen, und der König ward genöthigt, eine limitirte Quan-tität weißes Tuch zur Exportation zuzulassen; einige Jahre später, in 1615 , war er sogar genö-thigt, um das Volk zu beruhigen, Cockagne's Patent zurückzunehmen und das der Kaufmanns-Kompagnie wieder herzustellen; diese schienen den Lord Kanzler Bacon auf ihre Seite gezogen zuhaben, welcher in einem Schreiben an König James sich darüber beklagt, daß Cockagne anfäng-lich unternahm, alles Tuch des Königreichs zu färben, und daß er bald darauf sich in den Han-del mit weißem Tuche einließ. — Dieser den Fremden, nämlich den Holländern, gebrachte Vor-theil kann, sagt dieser große Mann, nachkhcilig werden. Denn, so wie wir denken unsern Tuch-handel durch den Verkauf des weißen Tuches aufrecht zu halten, bis wir färben und appretircnkönnen, so denken die Holländer auch ihre Färbe- und Appretir-Manufakturen, bis daß sie Tuchmachen können, aufrecht zu halten.
1614. Auf folgende Weise wurde ein neuer Zweig der Wollen-Manufaktur in England ent-deckt: Da die General-Staaten der vereinigten Niederlande die englischen Wollentuche, welche imTuch gefärbt waren, verboten hatten, da sie dadurch abgehalten wurden, sie, wie früher, zu appre-tiern und zu färben, und Konfiskation und 25 st. pro Stück Tuch als Strafe eingesetzt hatten,so fielen die englischen Fabrikanten auf die Idee, Mischungen in der Wolle gefärbt anzufertigen, $lieber, als die Vortheile des Färbens und Appretirens aufzugeben. — Dies hat denn stets denNamen gemischtes Tuch behalten.'— Alle früheren -Wollentuche waren nur von einer einzigenFarbe, schwarz, blau, roth k. und im Tuche gefärbt. —
1622. König James führt, in einer Special-Kommission mehrerer Lords und Gentlemens, /den Verfall des Handels' in England betreffend, an, daß aus den allgemeinen Klagen sowohl derUnterthanen im Lande, als der im Auslande über See angestellten Minister, es hervorzugehenscheint, daß das Tuch des Königreichs seit mehreren Jahren den Werth verloren hat, den es frü-her im Auslande hatte, und daß die Wolle sehr in ihrem Werth gefallen ist; deshalb wollte er,daß sie nachstehende Punkte untersuchten: '
1) Weshalb ist die Wolle im Preis gefallen? Welche Mittel giebt es, dieses wieder herzu-stellen? '
2) Wie ist der Exportation der Wolle und des Wollengarns vorzubeugen? Wie kann irlän-
dische Wolle, die im Lande nicht gebraucht wird, nach England gebracht werden? des-gleichen schottische? '
3) Wie können sämmtliche Gesetze, die Woll - Fabrikation betreffend (und die sich einander wi-
dersprechen), in ein allgemeines gutes Gesetz vereinigt werden?