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Ueber Wollhandel und Wollmanufaktur in Grossbritannien von frühester bis auf gegenwärtige Zeit / nach amtlichen Urkunden von Caesar Moreau
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zum Betrage von 600,000 L.St. jährlich jt%t aber gar nichts mehr davon auch alleinden Handel mit der Türkei, obgleich in der letzten Zeit die Holländer ihre Mitbewerber gewesen wa-ren, und die Franzosen lange an diesem Handel nagten an dem Handel mit Spanien nah-men schon seit langer Zeit die Franzosen und Holländer Theil; doch ist es noch nachtheiliger,daß wir von den Holländern jährlich viel weißes Tuch einführen, und neuerdings führten wirzum Werthe von 150,000 L.St. jährlich an Stoffen und geringem Wollenzeug ein. Unser Autorsagt fcmer:früher hatten wir allein den Handel mit Portugal, doch sind jetzt die Franzosenund Holländer dort, wie in Italien, wohin wir auch allein handelten, unsere Mitbewerber.Auch die Vcnetianer verkaufen dort viel Tuch. Wahrend der ganzen Regicrungszeit KönigJames I. und während des größten Theils der Regierung König Carl's I. hatten wir dasMonopol der Wollen-Manufakturen nach fast allen Theilen der Handelswelt; dies war unserHaupt-Juwel, und da zu jener Zeit unsere Jmportation geringer war als jetzt, so ist es keinWunder, daß unsere Erfindungen so weit gingen."

Durch diesen Autor erhalten wir kein geringes Licht Hinsichts der Geschichte der Wollen»Manufakturen, und obgleich sein Werk theilwcise mit Uebertreibung geschrieben ist, so verdient esselbst noch in unseren Tagen gelesen zu werden.

1678. Da das Gesetz, die Todten in Wolle zu begraben (18. Car. II. c. 4.), nicht ge-hörig beachtet wurde, so ward es widerrufen, und ein neues Gesetz (80. Car. II. c. 3.) ver-ordnete, daß in jedem Pfarrspiel ein Register geführt werden sollte, worin attestirt wäre, daß al-les, was sich am Leibe des Todten befände, aus Schaafswolle bestände; die Verwandten solltenhierüber ein eidliches Zeugniß bei 5 L.St. Strafe ablegen, wovon die Hälfte den Armen, unddie andere dem Entdecker zufallen sollte. Doch ging die Eitelkeit der Großen und Reichen so weit,daß sie lieber die Strafe zahlten, um nur den Körper ihrer todten Freunde mit feiner Leinwand,Kanten rc. schmücken zu können, obgleich dies ganz gegen das National-Interesse war.

1685. England verdankt den französischen Flüchtlingen die Verbesserung verschiedener Ma-nufakturen leichter Wollenstoffe.

1696. Das Parlament erließ eine Akte (7. 8. Gul. III. c. 28.), um mit größerem Nach-druck die Epportation der Wolle zu verhindern, und um die Einfuhr derselben aus Irland zu be-fördern. Doch da sowohl vor dieser Zeit als später viele Gesetze gemacht wurden, um die bri-tische Wolle im Lande zu erhalten, so ist es überflüssig, hierin ausführlicher zu seyn. Die zurEinfuhr irländischer Wolle bestimmten Häfen waren: Whitehaven, .Liverpool, Ehester, Bristol,Bridgewater, Minehead, Barnstople und Biddeford.

1698. Das Haus der Pairs wandte sich an König William, um die Woll-Manufaktu-

ren Irlands zu entmuthigcn, da ihr Steigen die Engländer in Schrecken versetzt hatte, und umdagegen die Leinen-Manufakturen jenes Reichs zu unterstützen, in Folge einer Parlaments-Aktevon 1696. ,

1699. Da neuerdings Klagen laut wurden, daß Wolle und Wollen-Fabrikate aus Irland