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Das Buch der Rosen : eine populäre Monographie für Dichter, Botaniker, Gärtner und Blumenfreunde / von Ferd. Frhrn. von Biedenfeld
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sagen will. Weiss doch längst jeder, der nur einigeBosenstöcke gepflegt hat, dass eine gewisse Inten-sität des Sonnenlichts und der Sonnengluth nicht ge-rade sehr vorteilhaft auf die Roseu wirkt, im Ge-genteil sie kränkeln macht, oft sogar tödtet. Stel-len doch selbst die bedeutendsten französischen Ho-sengärtner die Ansicht aus Erfahrung auf, dass vieleRosengattungen in Frankreich zwar leichter und er-folgreicher erzogen werden können, aber ihre höchsteVollkommenheit und Schönheit nur in England er-reichen. Die Kunstgärten von Tooting, Ingatestone,von Rivers zu Sawbridgworth, diesem ersten Rosen-gärtner Englands, gemessen in Frankreich und selbstbei den eitelsten Gartenküustlem von Paris und Ver-sailles des wohlverdienten Ruhms, die feinsten Rosenin der Welt hervorzubringen. Die Vorzüge deaBodens und die Sorgfalt der Gärtner in Bildungkünstlicher Erdarten überwiegen also olfenbar alleoft gerügten Xachlheile der Feuchtigkeit des engli-schen Klimas.

Die wahre Quelle aller Vorzüge der französi-schen Rosengärlnerei vor der englischen und deut-schen ist die systematische und ausführlicheAufmerksamkeit der französischen Kunstgärtner aufdiesen Zweig der Biumisterei. Der hohe Preis desFeuerungsmaterials verdrängt die Pflege feiner exo-tischen Gewächse, womit sich in England so vieleLiebhaber mehr und mehr beschäftigen. üeberdieshängt der Franzose au dem weisen Herkommen, mitdem Mai auf seine Landsitze hinauszugehen, dortden Sommer zu verbringen und erst im Decemberwieder in die Städte zurückzukehren; dies veranlasstnatürlich die Verwendung aller seiner Aufmerksam-

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