Einleitung.
Allgemeine Bemerkungen über den Zustand Rhätiens und Oberfchwabens, über den Ursprungund den Zusammenhang der Familien der alten Grafen voll Bregenz, Montfort und derPsalzgrafen von Tübingen.
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Die Allemannen, ein mächtiges, kriegerisches Volk, welches einen der Haupt-stämme der Bewohner Deutschlands bildeten, welches die Gegend von dem Mainbis auf die Hochgebirge der Schweiz und die Grenzen des burgundischen Reichs,dann von den rhätischen Alpen bis an die Vogesen einnahm, unterlagen dem Kriegs-glücke der Franken, deren Anführer der kräftige und kluge Chlodwig war. Nachder entscheidenden Völkerschlacht bei Zulpich (496) wurden die Allemannen nach undnach größtentheils unterjocht und waren von da an den fränkisch - merovingischenKönigen unterworfen. Doch behielten sie ihre eigenen Herzoge, ihre alten gesetzlichenGewohnheiten, Rechten und Sitten.
Die Macht dieser Herzoge, die nur mit Widerwillen das Joch der Frankentrugen, und namentlich den fränkischen Hausmeyetn aus dem karolingischen Ge-schlechte sich nicht unterwerfen wollten, verursachte öftere Aufstände und führte Kriegeherbei, die bei einem günstigern Erfolge oder bei einer minder großen Gewandtheitder fränkischen Hausmeier sehr leicht der fränkischen Herrschaft selbst hätten gefähr-lich sein können. Daher die Aufhebung der allemannischen Herzogswürde (circaann. 750) und die Zersplitterung dieses großen Landes und dessen kriegerischer Be-wohner in kleinere, eben dadurch minder mächtige und den Karolingern mindergefährliche Parzellen der Gauen und Centen, zu welchen der Keim schon in der älte-sten Einrichtung und Verfassung des alten Volksstammes lag.
Wenn auch schon die diesen Gauen vorgesetzte Grafen nur die Stellvertreterder fränkischen Herrscher unter ihrer unmittelbaren Aufsicht, und daher auch ihre