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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Würde und ihr Amt rein persönlich widerruflich, nie aber wenigstens ursprünglicherblich waren, so lag es doch im Interesse der fränkischen Herrscher, einflußreiche,mächtige Männer, die bei dem Volke in Ansehen standen und gleichsam aus dessenMitte genommen waren, zur Grafenwürde und Amt zu ernennen, um die ohne-dieß große Eifersucht und Widerwillen der Allemannen gegen die Franken nicht nochmehr zu vergrößern. Besonders war dieses in dem heutigen Oberschwäben (von derAlb und denr Schwarzwalde bis an die Grenzen Burgunds und Baierns) der Fall;da wenigstens ein großer Theil dieses Landes später, und mehr durch halbfreiwilligeUnterwerfung und Verträge, an das Frankenreich kam^). In diesem Landestheiletreffen wir daher auch Unter den ältesten Gaugrafen meistens Männer an, die indemselben reich begütert, mächtig durch zahlreiche Familienverbindungen, und vieleim Lehenverbande mit ihnen stehende Vasallen und aus dem Stamme des Alle-mannischen Volkes waren.

Fremde, besonders Franken, traf man in diesem Landestheile wenige, undmeistens nur solche an, die durch Heirathen oder durch den Lehenbesitz einzelner,den fränkischen Herrschern früher vorbehaltenen königl. Kammergütern in demselbenansäßig wurden.

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Durch diese Einrichtung und Theilung des Landes in Gauen, glaubten diefränkischen Herrscher die Karolinger, für immer die Macht des allemannischen Völ-kerstammes gebrochen und sich die Herrschaft über denselben gesichert zu haben. Sieerreichten auch ihren Zweck, so lange diese Herrscher selbst mächtig waren und mitstarker Hand die Zügel der Regierung fest hielten, auch das Reich der Franken sichimmer weiter ausbreitete und dessen Eroberungen ganz Allemannien umschlossen.Als aber innere Familienkriege unter den karolingischen Herrschern, Theilungenund Losreißung einzelner Länder von dem Gesammtreiche, schwache, verächtlicheRegenten, wie Karl der Kahle, Karl der Dicke rc. das Ansehen der fränkischenRegenten untergraben und ihre Macht tief herabgedrückt hatten, da erhob sich dieMacht, das Ansehen der allemannischen Gaugrafen. Das früher bestandene Gleich-gewicht unter ihnen selbst wurde zerstört, einzelne derselben erhoben stolz ihr Hauptund wurden selbst den Regenten furchtbar. Selbst Karl d. G. und sein Sohn Lud-

t) VNixes, rex OstroxotUorum, ut traucos a sosietate cum tustioiauo lmp.austraueret traUüitit eis parteiu KaNiss cuin ülassltia ei kreiste, quam kuousquepossiUerat, ut et parteiu ttkastiae et ViuNeliciae, quain älleinauui iucolsbant, etzoooa nuiniuos sureos. LUaetia et Viiutetieis rUeoUeberto, rexi austrsl. eesserunt(5A6) apiul LecarU. Norurn. <te redus traue, orient. l oin. N. p. 65. ex äxalU. I. I.