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des 12len Jahrhunderts von Hugo, der Gemahl der Elisabeth von Bregenz, undStifter des Klosters Ob. Marchthal, an, die sich die Pfalzgrafen nannten; dieaber das Stammwappen, die Fahne, der Montfort und Werdenbergischen Grafen,führten. War nun dieser Hugo ein Nachkommen obiger Pfalzgrafen, aus demStamme der Bertholde? oder ist er ein Fremdling, ein Nachkömmling der alte»Grafen von Montfort in Churrhätien? eine Frage, die allerdings schwierig ist,und nur in der spätern Geschichte der Montforte ihre Lösung findet.
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Das eigentliche Rhätien (Hochrhätien, die Alpen, welche die Scheidewandzwischen Deutschland und Italien bilden, später der graue Bund, dermal im Theildes Kantons Graubündten) ist zwar ein unfruchtbares rauhes Land, dessen geogra-phische Lage ihm aber frühe eine höhere Bedeutsamkeit, in der Geschichte der an-grenzenden Völker, gab. Von einem tapfern kriegerischen Volke, das seine Ab-stammung zum Theil aus Italien, und daher auch einige Bildung und Kultur ab-leitete, bewohnt i), zwang es die Römer (wollten sie änderst ihre gallischen Pro-vinzen dieß- und jenseits der Alpen vor feindlichen Einfällen sicher wissen) sich ihresLandes zu bemächtigen, dasselbe,,als eine natürliche Grenzwehre zu besetzen, undnoch mehr zu befestigen. Besonders war dieses der Fall, als die Römermacht im3ten und 4ten Jahrhundert immer tiefer sank, und die nordischen Völker sichItaliens Grenzen näherten. Eine Folge hievon war, daß dieses Grenzland eineeigene, mehr militärische Einrichtung erhielt, an deren Spitze ein eigener vuxlimilm kkmtisrum, und unter ihm mehrere Unteransührer standen, und sich diebefestigten Punkte daselbst häuften. Diese Einrichtung wurde später größtentheilsbeibehalten, besonders noch unter den Gothen, welchen sich die Allemannischen Be-wohner Rhütiens, von den Franken bedrängt, »ach der Schlacht bei Zulpich,unterworfen hatten. Als aber Rhätien an die Franken kam, wurde es vorerstAllemanien zugetheilt, was auch Kaiser Karl der Große in seinem ersten Verthei-lungs - Entwurf seines Reiches im Jahr 806 that. Als er aber Italien seinemSohne Pipin im Jahr 812 überließ, übergab er ihm auch Rhätien, indem erwohl einsah, daß ohne den Besitz dieser Grenzmauer, Italien nie vor den Ein-fällen der Deutschen sicher fein würde. Im Jahr 813 theilten die Sohne Ludwigsdes Frommen, die väterlichen Länder, hier wurde Rhätien wieder an Deutschland,und zwar Allemanien überlassen, von dem es einen Theil bis in die neuere Zeit
S. v. Hormayers Geschichte der Grafschaft Tyrol Tübingen t8t)6. I. Abthell.S. I - 42.