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Berg und Helfenstein, waren, deren Namen aber erst im Uten bis löten Jahr-hundert in den Urkunden dieser Gegenden vorkommen.
Diese Unterbrechung vom 9ten bis in das Ute Jahrhundert aus Mangel a»geschichtlichen Urkunden, läßt sich leicht durch die Zerrüttung, welche in Deutsch-land damals herrschte, erklären, zumal in dieser Zeit das Kloster St. Gallen feinein dieser Gegend gelegenen Besitzungen fast ganz verlor, und wir, wenn es sich umdie urkundliche Geschichte Oberschwabens in ältern Zeiten handelt, größtentheils aufdie Urkunden dieses, und des benachbarten Klosters Reichenau beschränkt sind. Dauns aber die spätern Chroniken der obbenannten Grafen und Fürsten, ohne ihreVoreltern anzugeben, als Herrn dieser Gauen und Orte bezeichnen, so glaubenwir wohl annehmen zu dürfen, daß sie Nachkommen jener ältern Grafen von demStamme der Bertholde, Wago und Chadoloch, den frühern Besitzern dieser Gegendwaren, zumal das alte Wappen der von Ruk, Zollern, Hohenberg und Wart-stein ganz nahe verwandt, der Fahne der Pfalzgrafen-von Tübingen und derElephant der Grafen von Helfenstein, offenbar aber spätern und fremden Ur-sprungs , sind.
Unter den Grafen, die in diesen Gegenden herrschten, führen zwei ausnahms-weise den Titel der Pfalzgrafen. Der erstere ist Rudolf (Ruodolt auch Hrudolf)in einer Vergleichs - Urkunde zwischen dem Bischof Salomon von Konstanz und demAbt Grimoald von St. Gallen*) vom Jahr 854, in welcher es heißt, nachdem,als in llowitslis Lkarouis die Orte Mundingen, Steilen, Steißlingen, Haiingen.Wilzingen. mit 156 Leibeigenen, aufgeführt sind 2): „m iu tlomilsts kuodollicomilis pslslii, iu puKollo ^.Lls lu vills ^utolvinZa. Der zweite ist ei»Berchtold oder Berotold, welcher im Jahr 889 3) Une Uebereinkunst zwischen demChadoloch und dem Kloster St. Gallen, zu Diererskirch, im Munderkinger Gau,gelegen, abschloß, und an dem Orte Bussen, im Eritgau bestätigt, auch der erste,und zwar vor dem Bischof Salomon, unterschreibt: Sigu. peroUto.di lMIalli üo-milis. Dieser Berchtold ist, nach Neugart, für ein Bruder oder nächster Verwandterdes Chadoloch, beide aber sind, als Enkel oder Neffen des ältern Bertholds (846)anzusehen, wahrscheinlich Söhne Rudolfs, des Pfalzgrafen, der oben aufgeführtist. Nach den örtlichen Verhältnissen und der Zeitgeschichte waren dieser Rudolf undBerthold blos Pfalzgrafen für Allemanien i wie dann jeder, der Hauptvölkerstämmeder Franken, Baiern rc. rc. seinen besondern Pfalzgrafen, aber auch je nur einen,halten. Später waren es aber die Herrn von Tübingen, wenigstens von der Mitte
>) Neugart C. A. Nr. 356.
?) Diese, und die folgenden Oerter liegen auf der südwestlichen Alp, in den deuumligen Württembergischen Oberämtern Ehingen, Münsingen und Riedlingen.
U Neug. (Nr. 585.)