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Mag sich dieses aber auch verhalte» wie es will, so zeugen doch die Urkundenund Chroniken der rhätischeu Geschichte, daß um diese Zeit mehrere Grafen lebten,die sich von Montsort und Werdenberg nannten und im Besitze der Herrschaften Feld-kirch und Werdenberg waren. So schreiben Guler und Sprecher mit Berufung ausvorhandene Urkunden t), „daß zu Zeiten Kaiser Lothars (1125—1138) in Rhatien„im guten thun gewesen sei, Graf Hugo von Werdenberg, dessen Meldung geschieht„in den Urkunden von 1130 und 1131. Dieses Grafen Abkunft war von Mont-„fort, so auch rhätisch Grafen sind;" und S. 132d. Damals war die untere Rhätiaunter der Languart beherrschet durch Graf Hugen von Werdenberg oder Sargans.Daß hier aber ein anderer Hugo als der Pfalzgraf Hugo von Tübingen gemeint sei,sagt uns Guler I. e. zum I. 1159. „Um diese Zeit war im guten thun Hugo m.,„Pfalzgraf zu Tübingen rc.; ihm war vermehlet Fr. Elisabeth, Graf Rudolf von„Bregenz und Churer Rieß Tochter, die ihm zwei Sohne geben, erstlich Rudolf....„darnach Heinrichen im Jahre 1166 zu Rom an der Pest gestorben2).'
Ferner sind noch mehrere rhätische Grafen, Georg von Feldkirch, Hugo vonMontfort, Ludwig von Werdenberg genannt^), welche im I. 1105 dem Turnierin Zürich angewohnt haben sollen. Gewisser ist ein Johann von Montfort, der eineReise nach Jerusalem unternahm, auf dem Heimwege aber im I. 1179 zu Nikosia,auf der Insel Cypern, erkrankte und im Rufe der Heiligkeit starb, weßhälb er auchals Patron dieser Stadt lange verehrt wurde; auch nennt Kaiser Heinrich vi. in denUrkunden vom 13. November 1196 den damaligen Abt Rudpert von Pfeffers cioxsuors üo Nontokorti^).
Wir kommen nun auf die Söhne und Nachkommen des Pfalzgrafen Hugo vonTübingen. In Beziehung auf diese stoßen wir wieder auf Anstände. Wir findennämlich, daß Graf Hugo von seiner Frau Elisabeth zwei Söhne hatte, den Rudolf,nachmaligen Pfalzgrafen von Tübingen, und einen Bruder desselben mit NamenHeinrich, der nach Guler und Andern im Jahre 1166, also noch bei Lebzeiten seinesVaters, zu Rom an der Pest starb5). Von einem dritten Sohne finden wir bis1188 nichts aufgezeichnet. In obigem Jahre bestätigt Pfalzgraf Rudolf die von ihmangefangene Stiftung des Klosters Bebenhausen: eonvooatis armem, ol kratrs
Guler rc., Bd. IX., S. 130, und Spreetrsr, Itb. III., p. 76, aU »n. 1136.
2) i. e. p. 133 d.
H Letzterer ist in Schöpflins Nist. rarinA NsU. im I. 1153 genannt: ImUevIeus Oo-nres Ue Verüeuebereti.
H kioklrora, 0. aü krobat. dio. 6 t.
6) VIUS rsetiuai ciwoii. I. 1 , p. 81 , au an. 1167, und Guler rc.