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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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bekannt, daß die Annalen der Klöster das Ansehen nnd die Macht ihrer Stiftergerne vergrößerten und ihnen oft einen wettern Titel beilegten, als ihnen nach denUrkunden, die doch immer entscheidend sein müssen, gebührt.

d) Dagegen nannte sich Graf Rudolf von Pfullendorf später (wahrscheinlichnach dem Tode seines Onkels, des Grafen Rudolf von Bregenz, und nach demAntritte von dessen Erbschaft) einen Grafen von Bregenz *), und war Schirmvogt desBisthums Chur, wie dieses Otto von St. Blasten ausdrücklich sagt, daß dem KaiserFriedrich I. um das I. 1168 diese Schirmvogtei überlassen worden sei, wie sie GrafRudolf von Bregenz, und nach ihm Graf Rudolf von Pfullendorf, besessen hätten,Und die er seinem Sohne Friedrich, Herzog von Schwaben, laut Urkunde von 1170überträgt 2).

e) Als der alte Herzog Wels, um die Niederlage seines Sohnes bei Tübingenzu rächen, mit einer bedeutenden Macht die Besitzungen des Pfalzgrafen Hugo feind-lich überzog, war das erste, daß er Kellmünz, die Feste, eroberte und zerstörte;von da zog er in die Gegend Tübingens , wo er sich der befestigten Orte Hildriz-hausen, Gildstein (im Oberamte Herrenberg) , dann der Feste Weiler bemächtigte.Hätte Pfalzgraf Hugo noch weitere Festen in der Nähe der Welstschen Besitzungen,z. B. Bregenz, Montfort oder andere inne gehabt, so hätte Herzog Wels gewißdiese, so wie Kellmünz, vorerst angegriffen und sich derselben bemächtigt, um seinenRücken zu sichern. Auch finden wir nicht, daß, als Herzog Friedrich von Schwaben,nachdem er den Herzog Wels bei Gaisbeuren überfallen und ihn nach Ravensburg zuflüchten gezwungen hatte und die Umgegend bis nach Memmingen verwüstete, einAngriff von Bregenz oder Rhätien aus gegen Herzog Weif unternommen wordenwäre, was wahrscheinlich bei der Nähe eines siegreichen Verbündeten geschehen seinwürde, hätten sich daselbst Pfalzgraf Hngoische Festen oder Soldaten befunden.

6) Nach der Unterwerfung des Pfalzgrafen Hugo zu Ulm im Jahre 1165führte ihn Herzog Wels, sein unversöhnlicher Feind, nach Neuburg in Rhätien,woselbst er vier Jahre gefangen saßb). WürdeHerzog Wels dieses schon derSicherheitwegen gethan haben, wenn in der Nähe dieser Feste sich pfalzgrästiche Vasallen undDienstleute, wohl gar von denselben besetzte Burgen rc. befunden hätten?

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2) Guter, IX. Bd., S. 133. 1147 (andere haben 1168) zog mit Kaiser FriedrichGraf Bertold von Pfullendorf, Sohn des Grafen Rudolf von Pfullendorf und Bregenz,nnd starb an der Pest.

^) Otto sn 8. Lins. spud vrstit, I>. 204, 6. XVIII. tiss. vlinae Iliixo rooeptus.esptusque In NNsstinu» Ourisnsoin !><> Osstrum ttuinpurx transporlati»'.