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die zu Ende des vorigen Jahrhunderts den Namen der Montforle und Werdenbergerführten, zu Anfange des 13 ten Jahrhunderts keine mehr vorkommen *), auch vonkeinen Nachkommen derselben mehr die Rede ist, als von einem Rupert (1197), deraber Abt zu Pfeffers war, und von einem Egilof, Grafen von Montfort (1213),der auf Auftrag des Kaisers (Otto IV.) einen Vergleich zwischen dem Kloster Pfef-fers und dem Albert von Sar stiftet, wobei aber nicht bemerkt ist, ob nicht auchdieser Letztere ein Geistlicher war.
Es finden sich zwar noch Mehrere vor, die um diese Zeit und später den Na-men der Montforte führten, und dem Adel dieser Gegend angehörten. So ist einUlrich von Montfort Zeuge in einer Urkunde von 1316, allein er und die nachbe-nannten gehörten nicht zur Grafenfamilie der von Montfort, wie diese Urkundebeweist, welche die Grafen Rudolf und Ulrich von Montforts Brüder mit-fiegeln, während obiger Ulrich als Zeuge, ohne den Grafentitel, unter andernAdelichen: Ulrich von Embs, Ulrich von Nidegg u. a. aufgeführt ist 3). Urkundeaus dem St. Galler Archiv. Ebenso hat das älteste Nekrolog des Bisthums Chur,welches aus dem Kloster Pfeffers in das Kantonsarchiv zu St. Gallen erst neuerlichgebracht wurde, den 12. November (das Jahr ist nicht minder angegeben) einenAlbero von Montfort, Dekan zu Chur, ohne den Grafentitel (dieser Albero er-scheint in einer Urkunde von 1273 als Domherr zu Chur); deßgleichen den 3. März1080 einen Herrmann von Montfort, Probst daselbst obiit douorsdilis vm vousUermsnnus üs Nontkort, kaspositim Leol. tlurisnsis). Diese Montforte warenwohl Ministerialen der Grafen von Montfort, die ihren Wohnsitz bei Wesen hatten.
Fielen aber auf Liese Weise die ursprünglichen Stamm- und Familiengüter andie noch einzigen Nachkommen der Montforte, den Pfalzgrafen Rudolf von Tübin-gen und dessen dritten Bruder Hugo, so lag es in der Sitte und den Rechten derdamaligen Zeiten, daß eine Erbstheilung vorgenommen wurde §). In dieser scheintGraf Hugo die ursprünglichen Montfortischen Güter in Rhätien, sowie die Herr-schaften Gamerdingen und Sigmaringen (in deren Besitze wir die Söhne Hugosfinden), Rudolf aber sämmtliche pfalzgräflich-tübingische Besitzungen mit Kellmünzund Scheer erhalten zu haben. Wenigstens hatte» die spätern Montforte keinen An-
Z Hugo von Werdenbcrg, Abi zu Disentis, starb 1180. Johann Graf von Montfort1179 u. s. w.
Llclrlror» > Nist. Lpiso. Lnr. p. L8V, aü ->n. L8V.
Anhang Nr. 25.
H Neugart in ll. Lpi8o. 6onst. t., 1. II., Mspt., führt in dem Stammbaum derältern Pfalzgrafen von Tübingen, als Söhne des Pfalzgrafe» Hugo III. und der Elisabethvon Brcgenz auf 1) Rudolf, Pfalzgrasen zu Tübingen, 2) Heinrich, gest. Ilkü in Italien,und 3) Hugo, Graf von Montfort.