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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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theil mehr an Tübingen, dagegen Scheer und Kellmünz noch länger den Pfalzgrafenvon Tübingen gehörten. So mag es auch kommen, daß die spätern Montforte undWerdenberger zum Theil ihren Stamm nur von dem Pfalzgrafen Hugo III. vonTübingen und der Elisabeth von Bregenz, als die in der Geschichte näher bezeichne-ten, herleiteten, welches zwar an sich richtig ist, doch nur in soweit, als derselbeselbst ein Nachkomme der viel ältern rhätischen Grasen von Montfort war.

Obiger Graf Hugo von Montfort, Pfalzgrafen Hugos Sohn, Herrn zuFeldkirch, war ein angesehener, thätiger Mann, der die damaligen Zeitverhältnissezur Vergrößerung seiner Familiengüter u. s. w. wohl zu benutzen verstand. Ererwarb auch Bregenz sowie die Schirmvogtei über das Bisthum Chur, auf welcheWeise ist zwar nirgends bestimmt ausgesprochen, aber durch die Zeitgeschichte ange-deutet. Als nämlich der Kampf zwischen Philipp dem Hvhenstaufen und Otto demWeifen um den deutschen Kaiserthron geführt wurde, suchte jeder Theil sich Freundeund Anhänger zu erwerben, indem er ihnen Soldlehen rc. theils von eigene», theilsvon den Reichsgütern zuwieß. Besonders war es Philipp, der seine Freunde mitVerleihung seiner schwäbischen Familiengüter bereicherte und sie an sich festzuknüpfensuchte, wie Otto von Freisingen, ein Zeitgenvsse, bezeugt. Friedrich II. that dasselbe, undwird es gegen den Gr. Hugo um so mehr gethan haben, alö dieser ihm die Pässe aus Italiennach Deutschland (1213) öffnete und einer seiner ersten mächtigern Anhänger war, derihn gegen Kaiser Otto IV. unterstützte. Wenigstens erwarb um diese Zeit Graf Hugovon Monitor! Bregenz und die Schirmvogtei des Bisthums Chur. Der Beweis liegtin den Urkunden von 1209 bis 1219. In der Urkunde von 1209 wird er nurGraf von Montfort, Herr zu'Feldkirch genannt. Im I. 1210 bestätigen der BischofArnold zu Chur und dessen Schirmvvgt, Gozewin von Ems; qui vicom tuin tsin-poris gereimt Ollonis kam. Imperators, einen Tausch zwischen dem Probst zuChur und einem Albero von Tinzen. Kaiser Otto IV. war demnach damals nochAdvokatus deS Bisthums Chur; im I. 1218 aber, als obiger Graf Hugo vonMontfort den Johannitern zu einem Hospitale Güter in seiner Stadt Feldkirch (inüua civilste) schenkt, verordnete er weiter (lustiluit item elomluus comes), daßdas Almosen, was in Bregenz, Rheinegg, und in dem ganzen Msthume Churgesammelt wird, sowie was seine Ministerialen dem Hospital schenken, zu zweiDrittel dem Hospital gehören, ein Drittel aber nach Palästina geschickt werde.

Graf Hugo war demnach Herr zu Bregenz und Rheinegg, wenigstens derStadt Bregenz, indem ein Theil der Herrschaft, unter dem Namen deS Bregenzer-waldes, noch zum Reiche gehörte.

Von dieser Zeit an finde» wir die Familie der Grafen von Montfort im Be-sitze der Herrschaft Feldkirch, Werdenbcrg, SarganS, Bregenz, von Gamerdingen