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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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und Sigmaringen, und die Geschichte dieser Familie hat nun den Punkt erreicht, inweichem sie sich nicht nur mehr aufhellt, sondern einen regelmäßigern Gang ge-winnt, weßhalb wir auch hier den ersten Abschnitt dieser Geschichte schließen 1).

Schluß.

Zur besseren Uebersicht füge ich in kurzen Sätzen einen Umriß dessen bei, wasobige Einleitung enthält.

1) Die alten Grafen, von Bregen; genannt, stammten von den alten Gau-grafen des Linz-, Nibel- und Argengaus her und waren Stammverwandte der

U Man könnte vielleicht erwarten, daß ich die älteste Geschichte der Montsort »ndWerdenberg wie sie hier angedeutet ist mehr im Zusammenhange nach genealogischen Ta-bellen hätte ausführen und ordnen sollen. Allein ich gestehe es offen, daß mir die spar-samen urkundlichen Nachrichten aus dieser Zeit nicht hinlänglich erschienen, um den Zusam-menhang, die Abstammung und Verbindung der einzelnen Grafen von Montfort historischrichtig darstellen zu können. In die Fußstapfen eines Rürners, Münsters, BucellinSu. s. w., die, oft mit der Geschichte in Widerspruch, solche Stammtafeln und Angabe»fertigten, wollte ich nicht treten. Beide erstem haben in den von ihnen beschriebenen Tour-nieren, welche von 9381209 abgehalten worden sein sollen, eine ganze Reihe von Gra-fen von Montfort, Werdenberg, Sargans rc. ausgeführt, z. B. aus den Tourniercn zuMagdeburg (938), Rudolf von Werdenberg und nach den Herzogen mit noch zwölf andernGrasen, Wilhelm, Grafen zu Montfort; auf dem Tournier zu Zürich (1185), Wilhelm,Graf zu Sargans, dann Graf Hugo von Montfort mit mehreren Rittern in seinem Ge-folge, ebenso ein Graf Ludwig von Werdenberg ,c.; dann folgen die Grafen Wilhelm vonFeldkirch, Graf Rudolf von Allgaus rc., welche auf ihre Kosten das Tournier besuchten.Allein alle diese obbenannten Grafen finden sich nirgends in den vorhandenen Urkunden vor,es müßte denn der hier als Graf Hugo von Montfort bezeichnete der Pfalzgraf Hugo vonTübingen, und der Graf Ludwig von Werdenberg der als Graf Ludwig von Sigmaringc»(1185) urkundlich vorkommende gemeint feie. Nur die im I. 1209 auf dem Tournier vonWorms und später im I. 1235 auf dem Tournier zu Würzburg ausgeführten Grafen Ru-dolf und Hugo sind als Söhne des Grafen Hugo von Montfort beurkundet.

Merkle in seiner gut geschriebenen Geschichte Vorarlbergs hat mehrere alte Nach-richten und Namen der Grafen von Montfort aufgeführt, nach welchen letztere schon !mfiten Jahrh, in der Geschichte erscheinen würden, allein woher diese Nachrichten herrühren,ist nicht angegeben, es kann daher denselben auch keine weitere Folge gegeben werden. Soheißt es z. B. i!i. Abth., S. 39: König Chlodwig habe (502) zwölf Richter aufgestellt,unter welchen die Herren von Werdenberg, Rheinegg und Jagberg. S. 72: um das Jahr1022 habe die Familie der Grasen von Montfort sich weit verbreitet, und Feldkirch habean Hülfsmitteln und Gebäuden sehr zugenommen. S. 91: Um das.J. 1080, als der AbtUlrich von St. Gallen, als Anhänger des Kaisers Heinrichs lv., Bregenz erobert hatte,sei er gegen den Grafen Hugo von Montfort in Feldkirch gezogen, habe, da er diese festeStadt nicht habe erobern können, die Umgegend verwüstet, wogegen dann Graf Hugo zmVergeltung sich der Besitzungen des Klosters St. Gallen in dem Rheinthale bemächtigteMerkel: Vorarlberg, 3 Bde., Jnsprnck 1839.