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Nachtrag.
Bei der Geschichte einzelner Familien verdient das Wappen, welches diese oftmit einzelnen Abänderungen nach den verschiedenen Zweigen führten, wohl aucheinige Beachtung. Als Nachtrag stehe dahier die Geschichte des Wappens der Fa-milien vvn Montfort und Werdenberg.
Das ursprüngliche Wappen dieser beiden Familien bestand in einer Fahne, wohldas Amtszeichen der erblichen Bannerherrn der Herzoge von Rhätien.
Die ursprüngliche Farbe dieser Fahne scheint roth gewesen zu sein. Der ältereZweig dieser Familie, die Grafen von Montfort, führten die rothe Fahne im weißenFelde; auch die Fahne der Pfalzgrafen von Tübingen, welche sich von dem Urstammeder Montfort trennten, ehe diese Familie steh in zwei Zweige der Montfort undWerdeuberg spaltete, behielt die rothe Fahne bei; wohl auch war diese Farbe für einKriegsbanner die geeignetste und dem damaligen Culturzustande des deutschen Volkesdie angemessenste, welches, wie alle jugendlichen Völker und wie auch Tazitus vonden alten Deutschen schreibt,,helle, glühende Farben liebten.
Als die Familie sich in zwei Hauptzwcige der Montfort und Werdenberg theilte,behielten die Montfort die rothe Fahne bei, dagegen die von Werdenberg die schwarzeFahne führten. Alle, welche den Namen der Montforte führten, behielten die rotheFahne im weißen Felde bei, welche wir daher auch bei allen den verschiedenen Zwei-gen dieser Familie finden, als bei den Grafen zu Montfort, zu Feldkirch, zu Tett-nang, zu Bregenz älterer und neuerer Linie. Auch die Pfalzgrafen von Tübingenhatten, wie schon oben angegeben, die rothe Fahne beibehalten, dieselbe aber, wohlzum Unterschied von den Montfortern, in ein gelbes Feld gesetzt.
fengeschlecht der Montfort, oder von Fahnen. Zwar scheint der Verfasser, einer in derNote aufgenommenen Nachricht zufolge, eine andere Ansicht aufstellen zu wollen, indem erdie Montforte von der Familie ableitet, welcher Gero von Bußen und sein Bruder Ulrichangehörten, und behauptet, das Abkommen der Werdeuberg und Montfort von den Stif-tern des Klosters Marchthal sei durchaus nicht zu erweisen. Nun sagen aber die oben ge-gebenen Urkunden von 1206, 1209 u. s. w. bestimmt, daß Graf Hugo von Montfort einkrator carnnlis des Pfalzgrafen Rudolfs von Tübingen, beide demnach Söhne des Pfalz-grafen Hugos, des Stifters des Klosters Marchthal waren.
Auch Münster in (LosmoArapIiia I. »I-, p. 763, schreibt: „Lang darvor (ehe„nämlich Feldkirch an Oestreich verkauft wurde) ist Ehstarerberg, ein Theil Wallgau„und ander Flek darvon, durch Erbschaften und Heirathen hin und her gefalle» und ge-„gäbet, dadurch also gar zertheilt worden. Es sind auch diesselben Grase von„Bcldkirch abgestorben vor alten Zeiten und von den Werdenbergeru, Sarganser»„und Montfortern geerbt."