Was die Grafen von Werdenberg bestimmte, die schwarze Fahne im weisenFelde zu sichren, kann nicht angegeben werden; aber soviel ist gewiß, daß fle.sich, wie die Montforte von der rothen, so sich von der schwarzen Fahne schrie-ben, und diese, als das Wappen führten.
Als später die Grasen von Werdenberg in die zwei Hauptlinien, der Gra-sen von Werdenberg zu Werdenberg und Heiligenberg, und der Grafen vonWerdenberg zu Sargans, sich theilten, so behielt die erstere Linie, der Graf vonWerdenberg zu Werdenberg und Heiligenberg die schwarze Fahne im weisenFelde bei, während die letztere Linie der Grafen von Werdenberg zu Sarganseine weise Fahne im schwarzen Felde für sich erwählten, und auch in allen, vonSargans abstammenden Familien beibehielten. So führten nicht nur die Grafenvon Werdenberg zu Sargans, sondern auch die Grafen von Werdenberg Vaduz,von Mbeck, und die von letzter» abstammenden Grasen von Werdenberg zu Troch-telfingen, Sigmaringen und Heiligenberg die weise Fahne im schwarzen Felde;daher auch die Werdenberg, theils von der schwarzen, theils von der weisen Fahnesich nannten. Bei diesem Wappen, mit den verschiedenen Farben blieb es, bisalle die verschiedenen Zweige der Familien von Montfort, der Pfalzgrafen vonTübingen, so wie der Wcrdenberger ausstarben.
Einzelne Ausnahmen und Abweichungen finden sich in den Urkunden des14ten und löten Jahrhunderts. Die Grafschaft Heiligeuberg hatte, ehe sie durchKauf (1277) an die Grafen von Werdenberg kam, ein eigenes Wappen, wel-ches in einem ausgezackten (gestuften) links aufsteigenden, schiefen Steg bestand.Als nun die vier Söhne des Grafen Albrechts von Werdenberg die Herrschaftenihres Vaters theilten, erhielten die beiden Brüder Albrecht der alte, und Albrecht, der junge, Heiligenberg, Bludenz, Montafun rc. Diese beiden Albrechts, vonWerdenberg von der schwarzen Fahne, führten nun als Wappen öfter statt derFahne, den Heiligenberger Steg. Das nämliche that auch ihr Neffe, Graf Hugovon Werdenberg, welcher im Jahr 1414 Heiligenberg erhielt, wie mehrere Si-gille an noch vorhandenen Urkunden beweisen, doch behielt obiger Hugo theil-weise noch die schwarze Fahne der Werdenberg bei. Nach Hugos Tode erhieltGraf Hans von Werdenberg zu Sigmaringen (1428) die Grafschaft Heiligenberg,welcher, so wie seine Nachkommen, da sie aus der Linie der von Sargans her-stammten, die weise Fahne statt der schwarzen, in ihr Wappen aufnahmen, welchesich mit Heiligenberg auf die Fürsten von Fürstenberg vererbte i). Das Wappen
l) Diese Darstellung zeigt, weher es komme, Laß v. Lang und andere behaupteten,die schwarze Fahne sei das Wappen der Grafen von Werdenberg-Heiligenberg gewesen,während Bergmann schreibt, es sei die weise Fahne gewesen. (E. Urk. der 4 vorarlber-