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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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fast nur noch das Recht der Stärker» galt. 'Richt nur bekriegten die größern Dürstendes Reiches bald die Kaiser, bald sich selbst unter einander, sondern auch die kleinenDynasten, Grafen und Freiherren, nahmen an Diesen Kämpfe» Antheil. Die Bandeder Rhenspflichiigkeit wurden lockerer, ein Jeder suchte sich unabhängig zu machen,wohl auch mit Gewalt und Ljst seine Besitzungen aus Kosten seiner Nachbarn zu ver-größern. Besonders waren Rhätien, das Allgau und die obern Gegenden des Bo-densees der Schauplatz derartiger Kämpfe und Anstrebungen. Ein zahlreicher kriege-rischer Adel, der in den Gebirgspässen auf oft kaum zugänglichen Festen wohnte, dieBischöfe voll Konstanz und Chur, die Aebte von St. Gallen, mächtig durch denBesitz eines, für die damaligen Verhältnisse großen Landesgebiethes, umgeben vonihren kriegerischen Vasallen, die aus dem Stande der alten freien Krieger hervorge-gangen waren, selbst kriegerisch, theils in Folge ihrer Erziehung, theils von demherrschenden Zeitgeiste ergriffen und nothgedrungen, tummelten sich auf diesem Schau-platze herum. Der Kampf des hohenstaufischen Philipp mit dem Gegenkaiser Otto IV.,die Nothwendigkeit, in welche sich der erstere versetzt sah, selbst mit Hingebung seinerschwäbischen Güter, Freunde und Anhänger zu erwerben und die erworbenen sichtreu zu erhalten, die Verhältnisse und Verlegenheiten, mit welche» Kaiser Frie-drich II. , besonders zu Anfang und zu Ende seiner Regierung, zu kämpfen hatte,halfen dieses Wirren mehren. Dies war der Schauplatz , auf dem Graf Hugo, dersich von Montfort nannte, lebte und wirkte. Ein Sohn Hugos, Pfälzgrafen zu Tü-bingen, 1182 *), wurde in der zweiten Hälfte des 12ten Jahrhunderts geboren.Nach dem Tode seines Vaters theilte er, nach der Sitte der dermaligen Zeiten dieHinterlassenschaften desselben mit seinem Bruder Rudolf. Sein Erbtheil war die alteGrafschaft Montfort-Feldkirch, welche sich nicht nur auf die dermalige GrafschaftFeldkirch, sondern auch auf das linke Rheinufer erstreckte, wo das ältere Stamm-schloß, Fortifels (Starkenburg 2), bei dem Dorfe Graps, sowie Schloß und Stadt

H dieuZart II. Lp. «tonst. I'. l., r. II., Ulspt. an. 1182, So ineclio exsessit Kux»,eom Valat. Ne ruwiNAon. sLkron. 8. «IsorAlI in silvo niA>'.> In IVssrol. Xrvikall.12. lulii. IIuZo inenwratnr. Lx Vlisali. ds plnIIvnNorl proZenuit kuNollnin, Ilupo-nem IV. st »eniisuin. Ilusso eoinitatuin »lontikort ex pasrsclitats sxoepit, qussrudinKsnsidus ad Llisabellia oiiveusrat. Nsinicns «rate» Iludoili et IInAonis inItalic» i-nn 1187 tato eesserat.

Schwabs Bodensee, I. Thl., S, 145:Zwischen Werdenberg und Graps lag aufdem Platze, der auch heutzutage noch so heißt, das Schloß Fortifels, von dem sich dieMontfort zu schreiben pfiegen. Zwischen Feldkirch und Eins standen auf blühenden Hü-geln,-kaum eine halbe Meile Wegs auseinander gelegen, unweit des Rheins, Neumontfortund Neuenburg, beide bei Götzis. Weinberge, Wälder, lustige Wiesen und himmelhoheFelsen zieren ihre Trümmern noch, die bis auf den heutigen Tag mit Thürmen und weit-läufigen Gemäuern die Herrschaft und den Reichthum des Geschlechts verkünden.