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Werdenberg lagen, auch die Grafschaft Scheer, welche Nach dem Erloschen derstammverwandten Grafen von Gamertingen, die auch im Engadiu reich begütertwaren, an die Pfalrgrafen Hugo, Hugos Vater, gekommen war, scheint letzteremzugetheilt worden zu sein. Doch geschah diese Erbsabtheilnng nicht auf eine solcheWeiss, daß sowohl diese beiden Bruder als auch ihre Nachkommen nicht noch einigeBesitzungen, Rechtere, fernerhin gemeinschaftlich besessen hätten, wie dieses mehrereUrkunden ausweisen. Nach der Geschichte kömmt Graf Hugo im I. 1188 daserstemal vor, und zwar, als sein Bruder, Pfalzgraf Rudolf, das Kloster Beben-hausen stiftete, prnoskllte t'rslrs suo das zweitem«! selbst handelnd im I. 1206,in einer Fehde mit Heinrich von Hohensar begriffen. Letzterer hatte nämlich eine neueBurg, die Forsteck, Werdenberg zu, erbaut, welches Graf Hugo nicht duldenwollte. Als daher Heinrich von Sar auf einem Kriegszuge nach Spanien begriffenwar, belagerte Hugo die Feste Forsteck, aber Heinrichs Bruder, Abt zu St. Gallen,versammelte seine Vasallen und zwang den Grafen Hugo, nicht nur die Belage-rung aufzuheben, sondern auch Frieden zu schließen t). Zur nämlichen Zeit hatteGraf Hugo einen Streit mit Konrad, dem Abte des Klosters St. Johann im Thür»thal, wobei beide Theile zu den Waffen griffen, und welcher erst im I. 1209 durchden Bischof Conrad von Konstanz beigelegt wurde. Die Vergleichsurkunde ist vonbesonderer Wichtigkeit^). Nach derselben hatten Graf Hugo (»u^o Raines ckeLlou-telorli) gemeinschaftlich mit seinem leiblichen Bruder, Pfalzgrafen Rudolf von Tü-bingen (kmlolpluis trater osus esrimlis, viüelioot kulatinus cko l'ubiozen), undihre Mutter ein Gut zu Breiten«» dem Kloster St. Johann geschenkt. Nach längererZeit, als obige Bruder die Erbschaft ihres Vaters theilten (sx ckivisiono dsorecki-jgria) fiel Breiten«» (zu Momfort gehörig) mit dem übrigen Lande (enciem torra)dem Grafen Hugo zu. Ohne auf die frühere Schankung zu achten, zog Hugo das
1) Joh. Kasp. Zellweger in seiner Geschichte des Kantons Appenzell, I. Thl., S. 134
erwähnt dieser Fehde, welche schon 1206 zwischen dem Freih. Heinrich von Sar und dem
Grafen Hugo von Montfort bestand. Ersterer erbaute die Feste Forsteck in dem Walde,
der, sein Eigenthum, vorn Rheine bis an den Berg sich erstreckte, damit die MontforterLeute sich nicht in diesem Walde verstecken und von da aus seine Leute beschädigen könnten.Als nun Heinrich von Sar sich auf einem Kreuzzuge gegen die Saracenen in Spanien,
sein Bruder (I. c. S. 107), Abt Ulrich zu St. Gallen aber bei dem Heere des Kaisers
Philipp bei der Belagerung der Stadt Köln befanden, beschloß Graf Hugo, ausdenOstcr-tag 1206 die Feste Forsteck zu überfallen und zu zerstören. Abt Ulrich aber, welcher nn-vermuthet wieder nach Hause gekommen war, erhielt hiervon Nachricht, zog mit seinenLeuten nach Forsteck und vereitelte das Vorhaben des Grafen Hugo, worauf sodann dieFehde ausgeglichen wurde.
2) Diese Urkunde ist gegeben: In nemore suxtn LluelibacU, in psZo lurzorv,octsvo llslonü. lulx (2i. sunx) 1S0S. Bei Tschudi: Ovron. Naiv. p. IÜ7.
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