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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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mit einander theilten, auch eine Tochter, welche an einen Freiherr» von Mätschverehelicht war.

Die drei geistlichen Bruder waren 1) Friedrich I., 2) Heinrich II. und 3) Wil»Helm I. Der erste, Friedrich, war Kanonikus zu Chural, in welcher Eigenschafter unter dem Bischof Conrad den 17. Mai 1273 mit noch einigen Chorherren eigeneStatuten für das Domkapitel entwarft). Im I. 1282 war Friedrich Domprobstund wurde in demselben Jahre nach dem erfolgten Tode des Bischofs Conrad zumBischof in Chur erwählt. Sein persönliches Ansehen war groß; dieses, sowie dieUnterstützung und das Ansehen seiner in dieser Gegend mächtigen Brüder, nament-lich seines int I. 1281 zum Abt in St. Gallen erwählten Bruders Wilhelm mochtendie Ursache sein, welche ihn auf den Bischofsstuhl erhoben. Aber eben diese seineAnhänglichkeit an seine Familie, die Fehden, in die er durch dieselbe verwickelt wurde,führten seinen Sturz, und selbst seinen Tod herbei.

Schon seit mehreren Jahren waren die beiden Familien der von Montfort undWerdenberg mit einander zerfallen, ungeachtet ste Bruderskinder waren, wie dannGraf Hugo von Werdenberg, die Grafen Rudolf und Ulrich von Montfort pstruo-los suo8, in einer Urkunde von 1271 nennt ^). Die nähere Ursache dieser Zer-würfnisse findet sich nirgends angegeben, wohl mag aber die frühere Erbstheilungund die in Folge derielben in einzelnen Orten gemeinschaftlich auszuübenden RechteVeranlassung hiezu gegeben haben. Da es damals keine Gerichte gab, die thatkräftigbei derartigen Streitigkeiten einzuschreiten vermochten, so griff man zu den Waffen,was auch hier der Fall war. Nach von Arr und Tschudi kam es zwischen GrafRudolf von Montfort-Feldkirch und den Brüdern Hugo und Hartmann, Grafenvon Werdenberg, zu einem Treffen, in welchem ersterer siegte und 14 Edelleutevon der Werdenberger Partei gefangen nahm.

Schon in diesem Kriege scheint Graf Rudolf von Habsburg zu Gunsten derWerdenberger einigen Antheil genommen zu haben. Nach obigen Schriftstellernfand dieses Treffen im I. 1260 statt. Wenn dieses der Fall war, so wurde dieseFehde wieder beigelegt, indem im I. 1268 Graf Rudolf mit seinem Bruder UlrichBürgen für den Grafen Rudolf von Habsburg gegen den Grafen Meinrad von Tyrolwurden 5), folglich damals mit dem Grafen Rudolf von Habsburg in Freundschaftlebten; aber die Fehde erneuerte sich wieder, indem nach Tschudi im I. 1267, nach

H LwiiUorn U. Lp. Kur. In. <'.nd. I>,'ol>. p. 91.

I. c. p. 98.

Uütl. leaü. 8t. Kali. bei Arr Geschichte von St. Gallen. 1. p. 888.H I. c. r. I., p. 88S. Tschndi, I. Thl,, III. Buch, S. 15Ü.