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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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selben waren, die, nach damaliger Sitte, nach dem Tode ihres Vaters dessen Herr-schaften in der Art theilten, daß der ältere Rudolf die Herrschaften Bregenz, Feld-kirch, Scheer und vielleicht auch Tettnang und Sigmaringen, wenn und soweit sieihr Vater Hugo schon erworben hatte, der jüngere Hugo Werdenberg Rheineggu. f w. erhielten, wobei aber einzelne Güter und Rechte auch fernerhin von ihnengemeinschaftlich besessen wurden, wie dieses die späteren Urkunden nachweisen.

Durch obige Theilung entstanden die zwei Hauptlinien: ^ der Grafenvon Montfort und L. der Grafen von Werdenberg.

Außer den zwei obbenannten Vrüdern, Söhne des Grafen Hugo von Mont-fort , lebte noch Gras Heinrich.

Dieser Heinrich trat in den Predigerorden, der von dem hl. Dominik im Jahr1206 gestiftet, jugendlich aufblühend auch in Deutschland erst kürzlich mit großerTheilnahme eingeführt worden war. Einige Jahre lebte er mit Auszeichnung imRufe der Heiligkeit und Gelehrsamkeit in diesem Orden, bis er den 13. Dezember1231 nach dem Tode des Bischofs Volkard, wohl auch durch die Verwendung seinerBrüder, zum Bischof in Chur von dem Kapitel erwählt wurde. Er starb, hoch be-tagt, den 14. Nov. 1272 auf einer Pastoralreise und hinterließ den Ruhm eineseifrigen, friedfertigen Prälaten, der zum Beste» seines Bisthums gewirkt und gelebthabe. Er kaufte für das Bisthum die Feste Aspermont, schlug mehrere bewaffneteHaufen der Lombarden, die bis Ems vorgedrungen waren (1255) zurück, erbautedie festen Burgen Fürstenau im Domlcschger Thal und Herrnberg bei Sewelen:den 12. Dezember 1255 schenkte er dem Kloster St. Johann im Thurthal die Kirchezu Kalchern. St. Galler Urkunde.

Außer diesen drei Söhnen kommt noch eine Tochter des Grafen Hugo vor,die Gemahlin des Grafen Friedrichs von Toggenburg, welchen sein Bruder Diethelmden 12. Dezember 1226 durch Meuchelmörder auf seiner Burg Reingisweiler er-morden ließ. Zu dieser That verführte den Diethelm besonders seine Frau, eineTochter des Grafen Ulrich von Neuenburg, weil ihr Schwager, Graf Friedrich,statt ihre Schwester, wie sie wollte (postlislnta ojus sorors) die Tochter des GrafenHugo von Montfort geheirathethatte, (iseugarlN. L. 0. k.t.,r.il., Nspt., p. 224.)

§. 2 .

Linie der Grafen von Montfort.

Söhne Rudolfs I., Stifters dieser Linie. Friedrich I., Heinrich H., Wilhelm I.,Rudolf II., Ulrich I., Hugo HI.

(1260 1309.)

Rudolf, der Sohn Hugos I., hinterließ sechs Söhne, von welchen drei demgeistlichen Stande sich widmeten, die drei übrigen aber die Herrschaften ihres Vaters