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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Außer der Grafschaft Montfort und den Gütern in Cur-Rhätien besaß GrasRudolf noch die Grafschaft Zeit, indem Kaiser Heinrich VII-, als er diese Graf-schaft, laut Urkunde gegeben zu Briren den 22. 3uli 1311 dem Diethege» vonCastell um 800 Mark Silbers Verpfändet, ausdrücklich sagt, er habe dieselbevon dem klnonclam uobili viro oowito Uuüollo äs Nontvlort!, gekauft. Ob aberGraf Rudolf dies« Grafschaft als Erbsantheil von seinem Vater erhalten, oderspäter für sich erworben habe, hierüber findet sich nichts vor.

Graf Rudolf wurde, sei es, daß sein eigener Geist ihn hiezu antrieb, oderdaß ihn die damaligen Zeiten und Verhältnisse nöthigten, in mehrere Fehden ver-wickelt, die ihn in mehrfache Berührung bald freundliche, bald aber auch feindlichemit dem nachmaligen Kaiser Rudolf und dessen Söhnen, brachten.

Eine ernstliche Fehde hatte Gras Rudolf mit seinen nächsten Verwandten (siewaren Geschwisterkinder) den Grafen Hugo und Hartmann von Werdenberg imI. 1260. Es kam zu einem förmlichen Treffen, in welchem der Sieg sich für denGrafen-Rudolf entschied, der 14 Edelleute, Helfer der von Werdenberg, gefangennahm und das alte Stammschloß Fortifels bei Grabs mit diesem letzter» Orteverbrannte. Seine beiden Vrüder, Ulrich und Hugo, besonders ersterer scheinen Ru-dolfs Helfer gewesen zu sein, da dieser im I. 1261 mit seinem Bruder Rudolf zuAltmontfort eine Urkunde ausfertigte. Graf Hugo von Werdenberg, der sichgegen die Montforte zu schwach fühlte, suchte Hilfe bei dem Grafen Rudolf vonHabsburg) welchem dieser Anlaß erwünscht war, sich an ersterm einen Freund undBundesverwandten zu erwerben, und zugleich die um sich greifende Gewalt derMontforte zu brechen. An dem kriegerischen Abte Berthold von St. Gallen fandGraf Rudolf von Habsburg einen bereitwilligen Helfer. Der Macht und dem An-sehen dieser beiden gelang es, die Fehde zu Gunsten der Werdenberge auszugleichen,indem die Gefangenen frei gelassen wurden, und die Werdenberg in dem vollenBesitz ihrer Herrschaften blieben. Doch scheint das Ansehen und der Einfluß, welcheGraf Rudolf in diesem Landestheile besaß, dadurch nicht gelitten zuhaben, da erim I. 1285 seinem Schwiegervater, Graf Hartmann von Groningen, versprach,ihn im Besitze der Güter, die letzterer im Albgau, besaß, nicht zu stören i). Graf

Die Urk. im K. W. Staatsarchiv ist von: XIV. Lal. Xrt. 1L65 (18. Seht.) undMtet: LuSoitus Lomes <Ie montkort tuest Lomitem Uartinsnnuin <Io Lriiniuxonsoerum suuw in NimiNia parte Nonorum suorum in Xibeßeve nunausm perturbsrevvlit, vei impeüire:Insuper prornitUt per iursmenluin ipsum (Lom. iisrtmsu-«um) super Uiotis Nonis nunausm sliquoci xlsciluin vei neZoüuin eum II. (verosimililer öeorlco) pineerna <is smslneiie iiaiuturuin, nisi Noc Lat per bonum con-sensum so voiuntstem ipslns socr! sui. Bürge dieses Versprechens ist Graf Ulrichein Bruder von Montfort zu Bregenz, der mitsigclte.