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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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schriftlich regierten, wenigstens findet sich kein Theilungsbrief bis in das I. 1316vor. In was diese Herrschaften bestanden, zeigt eben dieser Theilbrief. (S. unten).Um diese Zeit scheint an die Grafen von Feldkirch die Erbkastenvogtei über das KlosterIrrste, mit der Schirmvogtei und den niedern Gerichten über die Klosterleute, nachdem Aussterben dcr Familie der Kämmerer von Kemnat, von welchen Marquard vonKemnat der Vater der Gattin des Truchstß Friedrich von Waldburg, das letztemalim Jahr 1290 beurkundet ist, als den nächsten Agnaten gekommen zu sein, indemGraf Hugo im I. 1310 mit dieser Vogtei den Hans von Ramschwag als Untervvgtbelehnt. *)

Von den obigen vier Söhnen Rudolfs, war Hugo mit Anna, einer TochterGraf Heinrichs von Beringen vermählt. Er befand sich mit mehrern Fürsten beidem Kaiser Heinrich VII. ein, als dieser im I. 1310 in die Schweiz kam, um nachdem Tode Kaiser Albrechts die dasigen Reichsangelegenheiten zu ordnen und unter-schrieb, als Hugo Graf zu Montfort mit seinen Vettern, dem Gr. Hugo von Bre-genz und dem Gr. Hugo von Werdenberg, den kaiserlichen Urtheilsbrief vom 1. Mai1310, nach welchem die von Kaiser Albrecht an sich gerißene St. Gallische StadtWyl, dem Kloster wieder zurückgegeben wird. 2) Dem Zuge welchen Kaiser Hein-rich VI l, nach Italien unternahm, scheinen die drei erwachsenen Brüder, die Grafenvon Montfort zu Feldkirch angewohnt zu haben, da sie um ihrer Dienstegen Lam-partcn" von dem Kaiser eine Anweisung auf die Reichssteuer der Stadt Konstanzerhalten hatten, wie die beiden Quittbriefe vom 29. September und 7. Oktober1410 beweisen, welche die Gr. Rudolf und Ulrich so wie Anna die Gräfin vonMontfort der Stadt gemeinschaftlich ausstellten, letztere als Wittwe des GrafenHugos IV. der im nämlichen I. 1310 den 11. August, Lei Schaffhaustn (der An-laß ist nicht bekannt) erschlagen worden war^).

Im I. 1314 den 27. Juli verkauft zu Feldkirch AnnaGraven Hugon seligenEhewirthin von Montfort" an das neu gestiftete Kloster Königsfeld,das Guot da

U Spätere Lehcnbriefe über diese Untervogtei für denselben Hans v. Ramschwagvon dem I. 1331 »nd 1360 von Gr. Rudolf VI. und vom I. 1385 für Konrad vonStein, zum Klingenstein, von Bertholts Sohn von Graf Rudolf VII. von Montfort, findensich noch vor. Durch den Verkauf der Herrschaft Feldkirch an Oestreich (1375) kamdiese Schirmvogtei über Irrste nach dem Tode des letzten Grafen Rudolfs von Feldkirch(1390) an das Erzhaus Oestreich, welches dieselbe bis in das I. 1803 besaß.

S. Jahröber. des hist. Vereins des ehemaligen O. Donaukreiscs auf das Jahr 1837S. 18.

2) S. Herrgotts. 6en. iHzil. dom. ä.usti'. in Ovil. prob. Nr. 708.

s) Die Orig. obiger beiden Urkunden befinden sich im Stadtarchiv zn Konstanz. (S.auch Anhang Nr. 19 und 20.