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^ ich in dem Aigen halte, dem man sprichet das Guot von Beringen, ald (und) das„ Guot zu Altenburg so mich angeerbt ist von meiner Frauwen seligen meiner Mutter„ Vro VerenmO) von Beringen" um 230 Mrk. Silbers, Zürcher Währung. DiesenVerkauf bestätigten Graf Ulrich von Montfort, Schwager der Gräfin Anna, alsihr Vogt und gerichtlicher Beistand, so wie ihrer Leiden Söhne Friedrich undHugo Bruder. Von dem dritten, Bruder Graf Rudolf geschieht keiner Erwähnung,er war damals noch minderjährig.
b. Der zweite Sohn Berthold I. der ältere genannt, erscheint als Zeuge in derUrkunde seines Vetters, des Grafen Wilhelm zu Tettnang, den 5. December 1309.Noch einmal kommt er im Jahr 1313 vor, indem er in diesem Jahre zwei Bürgernerlaubt die Alpen im Laternserthal zu beziehen?) Graf Berthold ertrank im Rhein den21. März 1314. Nach den Montforter Urk. starb er den 16. März 1314 und hin-terließ einen Sohn, Gr. Friedrich.
o. Graf Rudolf III. der 3te Sohn, obschon er sich dem geistlichen Stande wid-mete, wird als ein unruhiger kriegerischer Mann geschildert. Seinen ersten Reiter-dienst scheint Gras Rudolf vor dem I. 1311 in einer Fehde seines Oheims GrafHugo von Montfort Bregenz, mit dem Thumben von Neuburg gethan zu haben,indem obige beide der Stadt Konstanz (Urkunde in der Woche vor Pfingsten 1311)versprechen derselben in allen Anstößen in welche sie kommen könnte, weil sie denGrafen vor der Feste Neuburg geholfen hat, ihr gleichfalls zu helfen, auch für ihrenVetter den Grafen Hugo von Werdenberg bürgen sie deshalb „wenn er je zeLande kombt" (Arch. der Stadt Konstanz) im folgenden Jahre (1312) ruckte GrafRudolf zu Gunsten des Konrads, Freiherr» von Zimmern, mit Gaudenz von Nam-schwag in das Feld. Obiger Konrad war ein Verbündeter des Gr. Eberhards von
1) Diese Verena von Beringen, war Walters von Clingen Tochter, von welchemdiese Güter ün Aigen (einen Bezirk um das alte Schloß Habsburg und Windisch ander Aar) herrührte». Die Gräfin Anna von Montfort Hugos Gemahlin hatte diese Güternach einer Urkunde des Klosters KönigSftlden, im I. 1310 angetreten, später verzichteteihre Schwester Sophia v. Beringen des Konrads von Lichtenstein Wittwe mit Zustimmungdes Otto von Ochsenstein, dessen Muhme sie war (1313) auf Altenburg.
2) Nach Merkies: Vorarlberg rc. war die rauhe Bcrggcgend , östlich von Rankwcil wenigbewohnt. Da erschienen vor den Grafen Rudolf und Berthold von Montfort zu Feldkirchzwei Landleute, Schmid und Flurel mit Namen, und bathen, ihnen diese Berge zu einerAlpwirthschaft, einzuräumen. Graf Berthold gestattete ihnen einen näher bezeichnetenDistrikt zu benutzen, wofür sie 7 As Konst. Heller jährlich bezahlen, und ihm, dem Grafenso wie ihre Nachkommen seinen Nachfolgern mit Schild und Lanze dienen sollte». Soentstand die Gemeinde Laterns, welche sich so sehr vergrößerte, daß fie im A. 1454 eineneigenen Seehorger erhielt. Ein Beispiel welches beweist wie damals ein Theil dieserGegenden urbar gemacht und bevölkert wurde, so wie daß um diese Zeit Gr. Bertholdmit seinem Bruder Rudolf gemeinschaftlich die von ihrem Vater erhaltenen Herrschaftenverwaltete. Mcrkle l. e. U. Abtheilung S. 231.