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sondern auch einige Jahre vor seinem Tode in ein Kloster zurückzog. In dieser seinerselbst gewählten Einsamkeit starb Bischof Seyfried auch den 17. Juli 1321. Nunübernahm Graf Rudolf die Leitung der Kirchen - und Landesregierung des Bis-khums Chur gänzlich in seinem Namen, nach einigen als Bisthumsverweser undAdministrator, nach andern als wirklicher Bischof, >»ie ihn dann auch Eichhorn,als den 37ten Bischof von 1321—1321 aufführt, und sich dicßfalls auf eine Urk.von, 4. Oktober 1322 dem Kloster Marienberg ausgestellt, beruft, in welcher Ru-dolfsich nennt: voi et uposlolieso soüis Arslia eloclrm et eonlirmstus in kchiseopumLoolo8. euriousis. Dagegen Tschudi und andere ihn nur als Administrator desBisthums Chur anerkennen, und sich auf eine von ihm, unterm 3. Juni 1323 zuZürich dem Kloster Wettingen ausgestellten Urkunde berufen in welcher er sich: voigrutia Lpiseop. Lolmtmitisnsis, ot Kuboimstor eeel. Lurienms schreibt. Ebendieses bestättigt auch eine Urkunde ausgestellt in dem Schloße Gottlieben bei Konstanz,den 28. Oktober 1323. Nach dieser verspricht Rudolf Bischof zu Konstanz, undPfleger zu Chur dem Herzog Leopold und seinen Brüdern, gegen den HerzogLudwig von Baiern (ausgenommen den Papst und den römischen. Stuhl) zu helfen,wofür er 2000 Mrk. S. erhalten soll (l.ielmo»8lex. Reg. des III. B.Z. 630). Nachdiesen Urkunden war er nnr Administrator und Bisthumsverweser, jedoch mit derAussicht wirklicher Bischof zu*wcrden; indem wäre er wirklicher Bischof von Churgewesen vor seiner wirklichen Absetzung oder erfolgten! Tode kein anderer Bischof fürChur gewählt werden konnte, was doch im I. 1321 geschah. Durch diese seineStellung wurde Graf Rudolf das mächtigste Partheihaupt in diesen Gegenden, dCStütze der päpstlich - vstr. Partei. Ihm standen die Hülfe und Mittel der beidenBisthümer Konstanz und Chur, der Abtei St. Gallen, der Montforter, seiner Linie,alle die zahlreichen Freunde der Habsburger zu Gebot: ihm zur Seite stand endlichdie geistliche Macht, die er als Bischof in seinem und des Papstes Namen übte.
Nicht vergebens sollte diese Macht in seine Hände gelegt sein, durch einenHauptschlag wollte er die Anhänger des K. Ludwigs in dieser Gegend zernichten, unddurch diesen Reiterdienst sich der erhaltenen Auszeichnung und Gnade des Papsteswürdig zeigen.
Dieser Schlag sollte vor allen den Freiherr» Donat von Vatz, das Haupt derFreunde K. Ludwigs treffen^). -Bischof Rudolf rief daher alle seine Freunde, Vasallenund Dicnstmannen zu den Waffen, versammelte im I. 1322 ein zahlreiches Heer,mit welchem er sich im Engadiner Thale an den Gränzep von Davos lagerte. Aberauch Donat von Vatz rüstete sich zur Gegenwehr. Seine zahlreichen Unterthanen
u Gulers lUuLtis X. Buch S. 11ü dessen Ahnherr Lukas Guter in diesem KriegeAnführer der Leute von Davos, aus Seiten des Donat von Vatz war.