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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Friedrichs den sie als den rechtmäßigen Kaiser anerkannten. Dafür wurde ihnenaber auch reichlicher Lohn zugesichert. Herzog Leopold und Heinrich von Oesterreich,die Bruder Kaiser Friedrichs, verschrieben im I. 1313 dem Grafen Rudolf, da-mals Domprobst in Chur, seinen Bruderssöhnen, so wie dem Graf Haug von Vre-genz ihrem Vetter, die damals bedeutende Summe von 700 Mrk. Silber auf dieStadt Mengen, mit dem dgß sie jährlich 70 Mrk. Silber von dieser Stadt erheben,der Ueberschuß an Zinsen der 700 Mrk. S. ihnen für ihre Dienste gegen den Königudwig von Baiern, so lange der Krieg dauert, und dann bis zur Auslösung ge-hören sollte. Die Urkunde ist am lezten Sonntag August 1315 im Felde vor Augs-burg ausgestellt '). Auch die Hülfe des Gr. Wilhelms und der andern Familiengliederwurde erkauft. (S. unten §. 5 d). Aber sei es daß die dargebotenen Summender Habgier nicht genügten, indem die Gegenpartei, die Partei des K. Ludwigs näm-lich, reichlichern Lohn versprach, sei es daß die tief eingewurzelte Feindschaft der Mont-forte, hervorgerufen durch die frühern Fehden, zwischen ihnen und den Habsburger»,welche gewissermaßen nur gewaltsam unterdrückt waren, bei diesem Anlasse wieder neuemporloderten, die Grafen von Montfort zu Bregenz und Tettnang verließen diePartei der Habsburg - Oestr. Fürsten und ergriffen die Partei des K. Ludwig desBaiern, nur die Grafen von Montfort-Feldkirch blieben derselben, wenigstensnoch einstweilen getreu, weil ihr Haupt Rudolf der Domprobst es entweder inseinem Interesse als Geistlicher angemessen fand, oder es als Gewissenssache ansah,gegen den K. Ludwig zu kämpfen, den die Päpste als ihren und der ReligionFeinde bezeichnet hatten. Wirklich ließ auch der Papst (Johann XXII.) diese treueAnhänglichkeit des Grafen Rudolf nicht unbelohnt. Frühe schon wurde derselbeDomprobst in Chur, in welcher Eigenschaft er im I. 1310 schon seinen alten Bi-schof Seyfried nach Zürich, woselbst K. Heinrich vii. sein Hoflager halte, begleitete,und in dessen Namen Rudolf alle Geschäfte des Bisthums Chur besorgte. SchonimJ. 1310und 1311 nennt er sichGraus Rudolfs von Montfort, Domprobst undPfleger zu Chur". Durch päpstliche Verwendung und Fürsorge wurde Rudolf imI. 1319 Bischof zu Konstanz'') behielt aber die Stelle eines Domprobstes in Churbei. In letzterer Eigenschaft zog er die sämmtliche Verwaltung des Bisthums Chur ansich; da der zwar fromme, aber mit den Geschäften weniger vertraute Bischof Schfriedbesonders bei seinem hohen Alter nicht nur um alles Zeitliche sich wenig bekümmerte,

S. Anh. Nr. 25.

Uiciidoi n nist. Lpisc. Ourien. psx. 101 104.

-) S. obige Urkunde aus den, Konst. Stadtarch. Anh. Nr. 19. und 20.

') Bischof Rudolfs Borfahrer im Bisthum, Gerhard, war nämlich den 14. September1318 gestorben. Einige nennen ihn Gbechard von Benar.