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Valengin im März deS 1.1365 an den Grafen Rudolf von Montfort, verließen dieseGegend ganz und zogen nach Württemberg. Aus dieser Fehde zwischen den Gr. vonMontfort und Werdenberg scheint eine weitere Fehde mit den von Frehberg, welchegleichfalls in Rhäticn begütert waren, erwachsen zu sein, entweder daß letztere Ver-bündete der von Werdenberg waren, oder daß die damalige Art Krieg zu führen,wobei man so gerne in das Eigenthum und die Rechte auch nicht Betheiligter ein-griff, die von Frehberg zu Feindseligkeiten gegen die Gr. von Montfort - Feldkirchreizte. Wenigstens erzählt der Montforter Hauschronist, daß den 23. April 1364Graf Ulrich von Montfort des ältern Rudolfs Sohn, gegen den Conrad vonFrehberg mit 30 Reisigen auszog, dessen beide Burgen erstürmte, dieselben mitdem Dorfe Muutlingen (Nnuti^l.) verbrannte, und den Burgherrn (Vurgvogt)der Stammler genannt, erschlug. Aus Rache streiften nun die von Frehberg aufdie von Montfort und ihre Freunde, und fingen in der Gegend von Feldkirch denGrafen Rudolf von Werdenberg Sargans, den Sohn des Grafen Hartmauus undder M. Anna v. Montfort, einer Tochter des Grafen Ulrichs, am Donnerstag vor St.Katharina 1365, und erschlugen dabei einen Hans Weißlin aus Mengen, der Stadt.Wohl um deu Gefangenen zu befreien, zog nun Graf Rudolf der ältere selbst mit derMacht der Feldkircher (1366) »uff den von Frehberg und verbrannt Im aiu großDorfs, und trieb deren Curwallen 80 Roß und 150 Rinder weg". Der gefangeneGraf Rudolf von Sargans scheint auch in diesem oder dem folgenden Jahre freige-lassen worden zu sei», indem er, wie eben dieser Chronist erzählt, am St. Nikolaustag(1366) mit seinem Onkel, dem Grafen Ulrich von Montfvrt-Feldkirch aus demLand fuhr, um nach Jerusalem zu gehen. Beide starben aber im folgenden Jahrk(1367) zu Rhodis, ob auf der Hin- oder Herreise ist nicht angegeben. In ebendiesem Jahre unternahm Graf Rudolf »wol mit 30 Erbarn" (Edelleuten) einenStreifzug nach Baiern gegen Wertheim, und trieb an die 150 Roß als Beute heim,erkaufte auch im Jahr 1366 von den Truchsessen von Äalterthal „Wehrnstein" einanderes Manuskript hat Wihsenstein, und von den Johanniterordens-Nittern »Dawnrund Mutmann an der Jll" um 600 As Konst. Münze.
Doch scheint auch Graf Rudolf von Feldkirch in großer Geldnoth durch dieseFehde und Käufe gekommen zu sein,- indem Testers an die Grafen von Fürstenbergverpfändet war, wie die Urkunde vvm 28. Juni 1362 beweist, nach welcher dleletztem geloben, dle Einlösung dieser Feste dem Grafen Rudolf zu gestatten *). Auchdauerten die Irrungen zwischen ihm und Sem Grafen von Werdenberg noch mehrereJahre fort, indem sie dieselben den 30. Juli 1360 der Entscheidung des HerzogsLeopold von Oestreich unterstellten, und noch den 22. Juli .1371 die Grafen von
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