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achtet er seine Herrschaften an Oestreich verkauft hatte, welches dieselben eventuell(er hatte sich den Besitz und Genuß derselben bis an seinen Tvd vorbehalten) schonim Jahr 1379 in Besitz genommen hatte, doch erst den ä. -April 1383, und späterden 9 Juli 1386 und da erst huldigten, als ihnen (1383) Graf Rudolf dieses ei-gends besohlen, Oestreich auch ihnen ihre von demselben ertheilten Rechte und Frei-heiten anerkannt und bestättigt hatte. Auch zur Verschönerung der Stadt Feldkirchthat Graf Rudolf vieles. In dem nämlichen Jahre, als er die St. Leonhardskirchein der Au erbaute, vergrößerte er auch (1379) die Stadt, indem cr eine Vorstadtgegen die Jll hin erbauen, im Jähr 1383 mit Mauern umgeben und im Jahr 1387die Brod- und Salzhäuser in der Stadt abbrechen und in die Vorstadt versetzen ließ:auch die sogenannte Kreuzkapelle auf der hohen Druck wurde um diese Zeit (1380)erbaut. Au allen diesen kostspieligen Bauten zahlte die Stadt nur 130 Heller.
So verlebte Graf Rudolf die letzten Jahre seines vielbewegten und stürmischenLebens in Ruhe und Frieden, gepflegt, geschützt von der Liebe eines Volkes, dessenHerzen er mit Liebe gewonnen hatte.
8. VI.
Graf Hugo V. von Montfort zu Sregenz; Graf Alrichs Sohn.(1290—1338).
Oben (§. III. d.) wurde bemerkt, daß Graf Ulrich von Bregenz und Sigma-ringen, welcher im Jahr 1289 starb, nur einen Sohn hinterließ. Dieser Sohnwar Hugo V., der als einziger Erbe seines DaterS alle dessen Besitzungen erhielt.Ob schon damals die Grafschaft Sigmaringen an die Söhne Kaiser Rudolfs dieHerzogen Albrecht und Rudolf verkauft war, läßt sich nicht naher, aus'Abgaug derVerkaufsurkundc, so wenig als der Preis, bestimmen, doch scheint aus nachstehenderUrkunde hervorzugehen, daß der Verkauf noch zu Lebzeiten des Grafen Ulrich undzwar um 1000 Mrk. Silber abgeschloßen worden war, und sich auf die GrafschaftSigmaringen mit Burg, Stadt, und den dazu gehörigen Orten, Leuten, Wäldernrc.und der Hälfte der Burg Kallenberg mit allen Zugehördcn und Rechtenrc. erstreckthabe. Diese Urkunde ist zu Erfurt den 30. März 1290 vom Kaiser Rudolf aus-gestellt, und enthält, daß seine beiden Söhne, als Kaufschilling obbenaunter Güterdem Grafen Hugo, nov. viri nuvuäam viriei so rivulvloiU Mio, und dessen Vogt(tulori suo loMiino) dem Grafen Rudolf von Montfort zu Feldkirch (Hugos Va-tersbruder) 1000 Mrk. Silber schuldig gewesen seien, für welche Schuld er, derKaiser, besagtem Hugo und dessen Erben, den Bregenzer-Wald, welcher dem Reicheangehört, mit allen dessen Nutzungen auf so lange an Zablungsüatt verschreibt, bis