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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Zeit scheint Gr. Wilhelm und sein Vetter Gr. Rudolf von Werdenberg-Sargans ineinen weitaussehenden und gefährlichen Handel mit demErzbischofPeter(Aichspalter)zu Mainz verwickelt gewesen zu sein, in welchen sich, zu Gunsten deS Erzbischofs,die mächtigsten Fürsten Deutschlands, Herzog Friedrich von Oestreich und Johann,König von Böhmen, einmischten. In was dieser Handel eigentlich bestand, istzwar nirgends näher angegeben, nur beweisen zwei Urkunden (bei ^vürütwoii,,Suimiäls üiplow. r. I. p. 411 u. 4l4 unter Nr. 68 u. 70), daß es sich um einebedeutende Entschädigungssumme handelte. Nach der erstem, -tat. katavim m. Oal.,4pr. (30. März) 1311 heißt es: rriüorieus üux 4.ustris; kelro, ^retuopisoopo

NvAUllt. approiuittit ob insuri-18 eiäsm illalss sstisksvtionoin.pro nobis et

tratribus uostris proinittimus boua Udo, quod pornobüom virum Ludolpkuw,eomitoiu cls XVsrdouberK ad boo pordueoro volumus oum otleotu etc. Diezweite ist von König Johann von Böhmen, gegeben am Freitag vor St. Ambro-siustage 1312, und ist ein Schreiben an den Amann von Ravensburg. und lautet,deßen den erbarn Fürsten und Herrn den Erzbischoff Peter von Mentz anleit nachrechte swa er in wiset uf Graven Rudolfus gut von Werdenberg, den man nenntvon Hangans (Sargans) undt uf Graven Wilhelm Gut von Montfort nmb 8000M. S. darumben st in mir unrecht gescheriget u. s. w." Der Llusgang dieses Han-dels ist unbekannt, wohl mag er in den darauf folgenden Wirren der streitigen Kai-serwahl unerledigt geblieben sein.

Dadurch, daß er sich fest an seinen Vetter Hugo , den angesehensten und ge-achtetsten Mann in dieser Gegend, anschloß, fand Wilhelm bei den'Wirren dieserZeit Schutz für sich und seine Unterthanen. Treu blieb er dieser Verbindung, undauch sein Vetter Hugo achtete ihn sehr und zog ihn seinen übrigen Verwandten vor,wie die an ihn später gemachten Schenkungen und Verkäufe beweisen. Wilhelmverdiente aber auch diesen Vorzug, indem er im ganzen Verlaufe seines Lebens sichals einen ruhigen, umsichtigen, dabei tapfern und vielerfahrenen Kriegsmann be-wies, der allgemein, besonders von Kaiser Ludwig hochgeachtet, eine für seine Ver-hältnisse bedeutende Rolle spielte, die selbst auf seine Zeit und Umgegend nicht ohneEinfluß war. Guler^) schreibt von ihm:Wilhelm, ein verstendiger und dapfererMan, war Kaiser Ludwig sehr lieb.... Diesen nam der Kaiser in seinen Feldzug,als ein erfarnen und handvesten Kriegsmann" und Albert von Straßburg bei Ursti-tius, ei» Zeitgenosse2):Ludoviorm Imp. Aodiolaimui XViltiolmo de Nontolorti

ooiuiUous_ qui iu virilidus Mstis vslontior kusim muudi Wstimaretur. Auf

ähnliche Weise schildert ihn Tschudi, schildert ihn sein ganzes Leben. Kaum hatte

H Gulers ItbaoUa X. Buch S. 147.

2) HI- 4>b. äi-zsnli c>» onicon iipud IwsM I>. I>. p. 124.