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Tode deö Kaisers Ludwig, den er mit dem größten Theile der Reichsfürsten als denrechtmäßigen Kaiser anerkannte, dem Kaiser Karl gehuldigt habe. Selbst bis andas Lebensende blieb Gr. Wilhelm in des Kaiser Karls Gnade, wie eine Urkunde,gegeben am nächsten Sonntag nach Allerheiligen des I. 1333 zu Hagenau, im letz-ten Lebensjahre Wilhelms, beweist, nach welcher er die drei Söhne desselben, Wil-helm, Hugo und Heinrich, von allen Judenschulden aus kaiserl. Machtvollkommen-heit frei spricht, oder wie die Urkunde sagt: „alle Schuldbriefe, den Juden ausge-stellt, vernichten wir und todten sy gentzlich und gar mit Gewalt und Macht unserund des Rom. Reichs/'
Ungeachtet seines kriegerischen Muthes, den er in des Kaisers Diensten bewies,war Wilhelm doch ein friedfertiger, umsichtiger Mann, welcher sich nicht leicht ineine Fehde einließ. In der ganzen Umgegend häuften sich die Privatfehden, es ver-floß kein Jahr, so lange Wilhelm lebte, in welchem nicht bald die Städte mit demAdel, bald der Adel unter sich, bald die Fürsten mit einander, bald mit ihren Un-tergebenen in blutige Kämpfe verwickelt waren. An keinen derselben nahm Wil-helm Theil, selbst nicht, als seine nächsten Verwandten, die Montforte von Feld-kirch, in Kriege und Fehden verwickelt waren. Nur einmal trat er als Vermittlerasif, als Graf Heinrich von Fürstenberg den Abt Diethelm von Reichen«» auf derReise aufgefangen hatte und im Gefängnisse zurückhielt. Hier unterschrieb er sichfür den Abt mit noch andern Edelleuten (1320) und bewirkte dessen Entlassung.Am meisten aber bewies er seine friedfertigen Gesinnungen dadurch, daß, als es sichum die Vertheilung der Erbschaft seines Vetters Hugo von Bregenz (1338) handelte,er die Pfandschaft Wangen u. s. w. mit in die Theilung aufnehmen ließ, ungeachteter schon im I. 1331 erstere von Gr. Hugo als Geschenk erhalten hatte, er auchMacht und Ansehen genug besaß, seine Ansprüche und Rechte selbst gegen seine Vet-rern von Montfort - Feldkirch, die durch ihre Fehden sich sehr geschwächt hatten, mitden Waffen zu behaupten.
In dieser Theilung von 1338 erhielt Gr. Wilhelm für seinen Erbsantheil einenTheil des Bregenzerwaldes, das Kloster Au (Mehrerau) bei Bregenz, ThaldorfO,ole Burg und Vogtei und den Kirchensatz zu Konstanz, Schauenburg^) die Burg
1) Thaldorf ist ein Pfarrweiler mit 85 Einwohner im dcrmaligen O.-A. Tettnang. GrasHugo von Bregenz hatte dasselbe an das Haus Montfort gebracht.
2) Schowenburg, heut zu Tage Schomburg im O.-A. Tettnang, an der Argen gelegen,hatte ein ansehnliches, kühn am Rande des Thales hingcbautes Schloß, welches die altenEdlen v. Schaumburg bewohnten, von welchen Gözwin v. Schaumburg nach Urkunden in denI. 1334 u. 1335 vorkömmt. Gr. Hugo v. Mvntfort-Bregenz erwarb diese Herrschaft, indemdiese hier unter dessen Besitzungen im 1.1338 aufgeführt , welche in dem früheren Verzeichnisse1 ! i 1 i.') i y >! 1/ie i ist-