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und was dazu gehört, das Gut LLwenhorn, das Mayeramt zu Wangen, diedrei Hueber, die Waldshueber genannt. — In seinem übrigen Benehmen zeigteWilhelm gemäßigte und ruhige Grundsätze. Als Freund und Anhänger des vornPapste geächteten und erkommunizirten Kaiser Ludwigs selbst geächtet und nach desPapstes Ansicht aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen, vermochte dieses allesnicht, ihn einerseits von seiner dem Kaiser Ludwig geschworenen Treue abwendig zumachen, andererseits aber auch nicht, ihn in einen Feind der Klöster und Mönche,die es aus vorgeschützter Achtung gegen die päpstlichen Befehle größtenteils mit des-sen Gegnern, den Herzogen von Oestreich, hielten, zu verwandeln. Vielmehrschenkte Wilhelm dem Kloster Salem im I. 1319 einen Hof (Haus und Garten) inMarkdorfi), bestätigte dem Frauenkloster zu Mengen (Habsthal) im I. 1330 dievon seinem Vater demselben gemachten Schankungen, namentlich die Hosstätte inMengen und den Hof auf dem Hübschenberg. Aber auch noch einen auffallenderenBeweis seiner Mäßigung gab Wilhelm. Wie zu allen Zeiten so auch damals gabes Ultras, Roms Anhänger verfluchten den Kaiser und seine Freunde; letztere räch-ten sich dagegen auf eine oft unwürdige und grausame Weise, indem sie die Kloster-geistlichen, welche dem Papst anhingen, mißhandelten, sie aus ihren Klöstern ver-jagten und sich ihrer Güter bemächtigten. Dieses geschah auch in dem NorbertinA-kloster Weißenau, in der Nähe Ravensburgs. Der benachbarte Adel, größtentheilsehemals Hohenstaufische Vasallen und Ministerialen, stand als alter Gegner derPäpste auf Seiten Kaiser Ludwigs, stet daher über das Kloster Weißenau her, miß-handelte die Geistlichen und jagte sie aus dem Kloster als Feinde des Kaisers und desReichs. Gr. Wilhelm nahm die Vertriebenen auf, gewährte ihnen Schutz, wiesihnen, selbst gebannt und ein bekannter Anhänger des Kaisers, im Jahre 1330 dasihm gehörige Klvsterlein (die Zelle) im Argenhard an und sorgte für sie, bis nach-gelegtem Sturme eS ihnen wieder gestattet wurde, in ihr eigenes Kloster zurückzukehren.
So lebte und wirkte Gr. Wilhelm, der nach Kräften das Ansehen des Mont-sorter Namens hob, sein kleines Erbgut ansehnlich vergrößerte, dessen Persön-lichkeit geeignet gewesen wäre, in günstigen Zeiten und Verhältnissen der Stiftereines neuen Herrscherstammes zu werden. Allein in den Zeiten, in welchen er lebte,wo man schon mehr geschlossene Territorien fand und die Familien ihr Eigenthumeifersüchtig bewachten, und wenn Armuth Einzelne nöthigte, ihre Familiengüter zuveräußern, diese in den Klöstern, den reichen Stadtbürgern und den größern benach-barten Fürsten zahlreiche Käufer fanden, da mußte ein Gr. Wilhelm sich begnügen,die Besitzungen seiner Familie für sich und die Seinigen zu erhalten und etwa gelegen-heitlich einige neue Erwerbungen zu machen. Immerhin gelang es ihm, seinen
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