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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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oder die Allgewalt der örtlichen Zeitverhältnifse dieselben schufen. Dem Gr. Hein-rich, zu schwach, sich an die Spitze der Begebenheiten stellen zu können, wo dermächtige Schweizerbund die Herzoge von Oestreich, der Bund der See- und derschwäbischen Städte, der St. Georgen- und Löwenbund des Adels bald in Einigkeit,bald in feindseligem Zusammenstoße walteten, blieb nichts übrig, als sich an einenoder den andern Theil anzuschließen, um so sich und seine Güter und Unterthanenzu schützen. Gr. Heinrich schloß sich daher an den Ritter- und Fürstenbund inSchwaben an, dessen Hauptmann er im I. 1382 war^). Schon im I. 1376 befandsich Gr. Heinrich mit dem Herzog Leopold von Oestreich und mehreren vorn Adel inBasel, als bei Anlaß der Faschingsspiele ein Volksaustauf gegen den Adel statt fand,bei welchem einige getödtet, mehrere gefangen wurden. Unter den Letzteren befandensich Gr. Heinrich, Markgraf Rudolf von Hochberg, ein Er. von Zollern, En-gelhard von Weinsberg. Doch wurden die Gefangenen bald wieder entlassen. Alsim I. 1387 Herzog Friedrich von Barern - Landshut den Erzbischof Pilgrün vonSalzburg, ein Mitglied des schwäbischen und Rheinstädte- und Fürstenbundes,gefangen nahm und die Bundeshäupter deßhalb zu Ulm sich zum Krieg zu rüstenverordneten, ernannten sie zugleich den Gr. Heinrich von Montfort zum oberstenVundeshauptmann, und in dem Falle, daß er diese Stelle ablehnen sollte, den Lutzvon Landau.

Heinrich erklärte sich aber auch für Oestreich, welches ohnehin als Haupt desAdels und dessen Vertheidiger gegen die Anmaßungen der Schweizer galt und wurdedes Herzogs Leopold von Oestreich Rath und Diener, wie er dann dem Herzog Leo-pold sür seine Dienste auf dein Schlosse Tyrol den 17. Juni 1381 den Empfangder so bedeutenden Summe von 5000 Fl. bescheint. Auch sein Bruder, Gr. Wil-helm von Montfort in Bregenz, hatte für seine Person und für geleistete Diensteschon den 23. Februar 1359 600 Fl. erhalten. Uebrigens war Gr. Heinrichmit dem Herzog Friedrich von Teck und Peter von Thvrberg schon im I. 1374 inöstreichische Dienste getreten^). Als solcher erscheint er auch im I. 1383. GrafBertold von Kyburg^) war in einen Krieg mit den Eidgenossen verwickelt und

S. Sattlers Gesch. der Gr. von Würtemb. i. Th. Beil. 171 u. 172.

2) Die dießfallsigen Urkunde» finden fich bei Lichnowskys Reg. zum IV. Bd., Z. 33.1154 und 1594.

Dieser Graf Bertold von Kybnrg war ein Sohn des Grafen Eberhard vonHabsburg - Kyburg, Herrn zu Burgdorf, welcher mit seinen Brudern zwar diese Herr-schaften (1383) den Herzogen von Oestreich, Rudolf, Albrecht und Leopold verkauft hatte,aber im zeitlichen Besitz derselben geblieben waren. Jselins Hist. 7. I. S. K63 Honten.Fäfi's Beschreibung der Schweiz 1. I. S. 708. Letzterer sagt S. 332: die Grafen vonLaufenburg haben das Uichtland... Bnrgdorf... (1264) erhalten, fie führten auch vondieser Zeit an den Titel der Grasen von Kybnrg.