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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Gr. Heinrich die Schirmvogtei und die Landeshoheit ausübte. Dagegen besaß Gr.Heinrich als Mitgift seiner Frau Adelheid von Habsburg-Laufenburg Güter in denOrten Frikenweiler und Hunoldswciler; diese vertauschte er mit dem Abte Walterdes Klosters zu Schaffhausen und erwarb dadurch die Probstei Langenau mit den zuderselben gehörigen Gütern. Dieser Kauf- und Tauschbrief wurde zu Schaffhausenden 13. Februar 1389 von dem Abte Walter ausgefertigt. Nach demselben über-läßt das Kloster bei Schaffhausen dem Gr. Heinrich zu Montfort, Herrn zu Tett-nang, und dessen Sohn Gr. Rudolf, Herrn zu Scheer, die ProbsteiLangenau"mit allen dazu gehörigen Leuten, Gütern, Gülten, als die Pfarrkirche zu Hiltisch-weiler, die Leute und Güter zu Niederlangenau, Wolfertschweiler, zu Wolffraz, zuMuttelsee mit dem See daselbst; zu Erchengartswiler, zu Rudenwiler, zu Sachsen-wiler, zu Stouffen, zu Eschrichweiler, zu Rudolfried, zu Tentenweiler, zu-perschwiler, zu Steinibach, Bernriedt, zu Tegernsee mit dem See, zu Wilenschwi-ler, dagegen erhält das Kloster die Leute und Güter zu Frikenweiler und Humel-schwiler. Als Zeugen sind unterschrieben: Rudolf Schupfer und Hans Murer.Bürger zu Schaffhausen. Mitgestegelt haben: Walter von Klingen zu Hohenklin-gen, Heinrich Weber, Bürger zu Ravensburg, und Hans Schanfigger, Bürgerzu Konstanz i). Aus dieser Urkunde geht hervor, daß damals schon Gr. Heinrichseinem ältesten Sohne Rudolf die Herrschaft Scheer überlassen hatte, wahrscheinlichum diesen seinen entfernten Besitzungen mehr Sicherheit zu verschaffen.

Die Ausführung des Gr. Heinrich, ein eigenes Kloster zu stiften, verzögertesich einige Jahre, welche er in Unterhandlung mit den Vorstehern des Pauliner-Ordens zubrachte. Endlich verständigte man sich gegenseitig und Gr. Heinrich mitseinen Söhnen Rudolf und Wilhelm übergaben mittelst Urk. vom 21. April 1103 2)den Geistlichen Paulinerordens, welche die alte Zelle im.Argenharder Wald be-wohnten, das Gotteshaus Langnau und die Pfarrei Hiltifchweiler mit allen Zn-gehörden, wie ehemals das Kloster Schaffhausen dieselben besaß, mit dem, daßder Orden immerdar fünf Priester in Langnau erhalte, keinen andern Schirmvogt,als ihn (den Gr. Heinrich), seine Nachkommen, und nach deren Absterben einenjeweiligen Inhaber der Herrschaft Tettnang annehme, jährlich nach dem ersten Ad-ventsonntage für ihn und seine Familie einen Jahrtag halte, auch die Klosterkircheals Begräbnißstätte für die Stifter diene.

Der Orden nahm diese Stiftung an, welche Papst Gregor XII. im I. 1106auf besonderes Ansuchen des Grafen Heinrich bestätigte und durch den Bischof Ulrichzu Konstanz im I. 1107 in Vollzug setzen ließ^).

>) S. Anhang Nr. 129.

°) S. Anhang Nr. 160.

H S. Anhang Nr. 161, 162 und 163.