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Von den obbenannten drei Söhnen des Gr. Heinrich starb Heinrich, verheura-thet mit Anna, einer Truchftsstn von Waldburg, im I. 1393 , und hinterließ nureine Tochter, Klara, welche Klosterfrau in dem adeligen Stifte Buchau war unddaselbst als Äbtissin starbi). Der jüngere Sohn des Gr. Heinrichs von Montfort,Wilhelm, sollte sich dem geistlichen Stande widmen und hatte schon die Subdiako-natsweihe erhalten, als aber sein älterer Bruder Heinrich ohne männliche Erbenstarb, so trat Gr. Wilhelm aus dem geistlichen Stande und verehelichte sich mit Ku-neguud, der Tochter des Gr. Heinrich von Werdenberg-Sargans.
Bei dem Tode Gr. Heinrichs des ältern (1408) erbten daher auch nur dessenbeide noch lebenden Sohne, Rudolf und Wilhelm, die Güter ihres Vaters, welchesie um so friedlicher mit einander theilten, da, wie oben erwähnt wurde, im Jahrs1389 Rudolf die Herrschaft Scheer mit den Gütern in Oberschwaben schon über-nommen hatte und Gr. Heinrich der Vater, alt und der Geschäfte überdrüssig, schonbei seiner Lebenszeit einen Theil seiner Besitzungen unter seine Söhne vertheilt hatte.Diese Uebergabe geschah von Gr. Heinrich vor dem Landgerichte zu Lindau im Jahre14052) und enthielt „die veste Burg und Stadt zu der Schor, welches sein Pfandtwar, von der Herrschaft zu Oestreich, die Pfandtschafft, die er zue der Veste undBurg zu Werdenberg, so von Gr. Rudolf und Gr. Haug von Werdenberg an ihnkommen, dazu all' sein fahrend Hab rc."
Hier vermissen wir die Burg Landau mit dem Dorfe Ertingen, welche GrafWilhelm als Pfand von dem Gr. von Landau im I. 1330 erhalten, letztere aberim I. 1358 wieder abgelöst hatten. Dagegen erscheint die Burg Werdenberg alsPfandschaft des Gr. Heinrich, welche er von den Gr. Rudolf und Hugo von Wer-denberg erhalten habe. Bekanntlich gehörte um Liese Zeit Werdeuberg dem GrafenRudolf, welcher mit Herzog Friedrich von Oestreich wegen der Herrschaft Feldkirch,welche Herzog Leopold von Oestreich im Jahre 1375 von dem Gr. Rudolf vonMontfort-Feldkirch, dem Oheim des obigen Gr. Rudolf, erkauft hatte, im Un-frieden lebte. Gr. Rudolf von Werdenberg glaubte nämlich, diesen obigen Kaufanfechten zu können, weil er von seiner Mutter Agnes, des Rudolf von FeldkirchSchwester, der nächste Erbe zu sein behauptete. Zwar wurden die Ansprüche aufdie Herrschaft Feldkirch zwischen Graf Heinrich von Werdenberg-Sargans undden Herzogen von Oestreich in den Jahren 1390, 1391 und 1393 wie oben (Seite91) angegeben ist, in der Hauptsache vertragen, doch dauerten die Irrungen, na-mentlich in Betreff des Eigenthums der in der Verkaufs-Urkunde von 1377 und1379 nicht ausdrücklich benannten, oder sich von Gr.' Rudolf von Montfort-Feld-
>) INUnsler Oosmoxr. IN. Bd. S. 806.2) S. Anhang Nr. 150.