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bewohner der Eidgenosse» ankämpften und starr und fest auf ihre!» von ihnen schondamals so genannten historischen, angestammten, oft bis zur Ungebühr getriebenenRechte beharrten. Das Glück der Schweizer, besonders der Appenzeller, hatte denLandmann der Umgegend schwierig gemacht. Selbst Herr zu sein, nichts mehr dem>Serrn zahlen zu dürfen, die oft wirklich drückenden Fesseln der Leibeigenschaft abzu-schütteln, hatte zu vielen Reiz für den ohnedies freihcitslustigen Gebirgsbewohner,welcher sie zu den Schweizerbund hinzog. Graf Friedrich von Toggenbnrg erkanntedieses, und, um alle Verbindungen seiner Unterthanen, die er hart hielt und mitStrenge regierte, mit den Schweizern zu verhindern, wurde er selbst Schweizer,indem er ein Landrecht mir den Kantonen Schwhz und Zürich abschloß. Auf derandern Seite benutzte er die Kriege des Herzogs Friedrich von Oestreich mit denSchweizern, dessen Achterklärung und die in Folge derselben an ihn vom KaiserSigismund ergangene Aufforderung, um sich durch Vorschüsse an Geld, Waffen-gewalt ic. Feldkirchs, des Rheinthales, der Herrschaften Gaftern, Uznach, Wesen,des Brättigaus, Damletschg, Sargans und vieler anderer Schlösser, Burgen undGüter zu bemächtigen, welche ihn zum mächtigsten Fürsten dieser Gegend machten,den alle gleich ehrten und fürchteten. Dieser Gr. Friedrich war ein Schwager desGr. Wilhelms von Montfort-Tettnang, da letzterer des erstem Stiefschwester, Ku-negund Gräfin von Werdenberg, zur Ehe hatte. Gr. Friedrich starb den 30. April1436 zu Feldkirch, woselbst er in den letzteren Jahren seinen Wohnsitz aufgeschlagenhatte. Nach fünf Jahren wurde Gr. Friedrich in das von feinen Vorfahren inReuti bei Zürich gestiftete Kloster beigesetzt. Zwei Jahre später wurde von seinenehemaligen Unterthanen, welche das Kloster Reuti im Zürcher-Kriege plünderten,(1443) sein Leichnam ausgegraben und auf eine unwürdige Weise mißhandelt. Gr.Friedrich von Toggenburg hinterließ keine Kinder, auch seine beiden zweibändigenSchwestern, welche an die Gr. Bernhard von Thierstein und Gr. Hugo von Mont-fort-Dregenz verheuratbet waren, waren gestorben. Nur seine Ehegattin Elisa-beth, eine geb. von Mätsch, war bei Leben und glaubte, nach Aeußerungen ihresverstorbenen Mannes, seine alleinige Erbin zu sein. Diese wurde von den Züri-chern unterstützt, dagegen Wolfhard von Brandis, der gleichfalls eine Stiefschwesterdes Gr. Friedrichs von Toggenbnrg zur Frau hatte, von diesem als Erbe von Tog-genburg eingesetzt zu sein glaubte.' An letztem, nachdem er auf seine vermeintenAnsprüche verzichtet hatte, schlössen sich die übrigen Erben, Schwägcr und Vetterndes Gr. Friedrich von Toggenburg an. Der Kanton Schwyz, mit welchem sich dieGlarner verbanden, unterstützten aus Eifersucht gegen die Züricher diese Erben. DieSchweizer, welchen früher jede Herrschaft eine drückende Last däuchte, die von sich ab-zuwerfen sie selbst die blutigsten Kämpfe nicht scheuten, waren auf dem Punkte ange-langt, wo sie selbst über andere zu herrschen suchten. Unterthanen zu besitzen,
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