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Besitz zu ergreifen und Graf Hugo den 14. August 1471 denselben aufträgt, dieHuldigung zu leisten. Auch später noch kommt ein Gr. Wilhelm vor. Dieser Gr.Wilhelm von Montfort, Herr zu Werdenberg, starb nach der Feldkircher Manuftr.-Chronik auf St. Agatentag (5. Febr.) 1483, auch war von da die HerrschaftWerdenberg der Familie von Montfort entwandt. Gr. Wilhelm war daher jeden-falls der letzte dieser Linie der Gr. von Montfort zu Werdenberg.
Dieser Gr. Wilhelm soll eine Schwester Adelheid gehabt haben, welche nachJoh. v. Müller an Friedrich, nach Buzellin an Peter von Sar zu Masor verheira-thet gewesen sein soll. Die von Sar waren wenigstens (1483) im Besitze vonWerdenberg und Wartau und verkauften beide im I. 1483 an die Stadt Luzernum 21,000 Fl. Luzern behielt diese Erwerbung nur kurze Zeit und verkaufte oderverpfändete (1493) sie an die Edlen Georg und Mathias von Kastelwart, von wel-chen sie die von Höwen, als Agnaten der alten Werdenbergek (1498) einlöstenund später an den Kanton Glarus im I. 1517 um 21,500 Fl. verkauften *).Werdenberg bildete von da an ein eigenes Amt des Kantons Glarus und nach Auf-hebung der Aemter und der Neuen Konstitution der Schweiz einen intcgrirendenTheil des Kantons St. Gallen.
Die Güter, welche Gr. Heinrich mit seinem Bruder Ulrich früher in Schwabengemeinschaftlich besessen, blieben dem letztem, sowie die, welche den beiden BrüdernHugo und Rudolf in dem Theilungsbriefe von 1440 zugeschieden worden waren,dem erstem verblieben, als Rudolf mit Beatrir, Gr. von Helftnstcin, vermählt,den 11. Dec. 1445 ohne Kinder starb 2).
So waren zu Ende dieses Jahres von den vier Brüdern nur noch die beiden,Ulrich und Hugo, bei Leben, welche sich beide von Montfort, der erstere von Tett-nang, der letztere von Rothenfels und Argen schrieben.
Gr. Ulrich von Montfort-Tettnang bezeugte sich gleich bei dem Antritt seiner
Nach den Genealogien berühmter Familien von Gr. Wilhelm Wernher von Zimmern(Manuftr. in der Fürstlich-Fürstenberg. Privatsammlung) hatte Gr. Wilhelm von Montfort znWerdenberg, ein Sohn des Gr. Heinrichs, keine Schwester, hinterließ dagegen zwei Töchter,1) Clepientia, vermählt mit Mathias Frh. von Castelwart, und als dieser von den Schweizernerschlagen wurde, mit dem Sigismund, Gr. von Lupfen, 2) die andere Tochter Adelheid hatteden Erhard, Gr. von Nellenburg, zum Gemahl, deren Sohn Christoph, Gr. von Resten-bürg war.
2) Der Heurathsbrief zwischen dem Gr. Rudolf von Montfort und der Gr. Beatrir vonHelfenstein ist vom 16. Jan. 1439. Denselben unterschrieben: Eberhard von Freiberg zuAch-stetten, Marguard von Schellenberg, Bentz von Stein zu Emerkingen, Klaus WMin, dannDiether von Stein zu Klingenstcin, Burkard von Bach zu Horningen (Herrlingen), KonradFinsterloch und Wilhelm von Westerstetten. (Fürstl. Fürstenb. Archiv.)