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Schrift ein, auf welche der letztere, billiger und gerechter als viele Mächtige, den17. Juli 1500^) sximi, Räthen in Jnspruck befahl, einen Tag wegen der Forderungdes Gr. Ulrich anzusetzen, dieselbe zu untersuchen, wobei er ihnen sämmtliche dieseErbschaft betreffenden Akten mittheilte. Nach den weitem Urkunden (Wien. Arch.)hatte diese Verhandlung, wenn sie anders vor steh ging, keine Beilegung diesesRechtsstreites zur Folge, indem unterm 27. April 15012) Kaiser Mar seinen Re-gierungs- und Kammerräthen in Jnspruck schreibt, daß, nachdem Gr. Ulrich vonMontfort ihn abermals gebeten, ihm zu der Grafsch. Görtz, zu welcher derselbe wegenseiner Gemahlin erbliche Ansprüche zu haben vermeine, gelangen zu lassen, sie ihmdagegen des K. Mar Rechte auf Görtz auseinandersetzen, seine Einsprüche hören unddarauf mit ihm handeln. Diese Verhandlung scheint auch wirklich später in Jnspruckstattgefunden zu haben, da unterm 10. Februar 1502 und 3. Januar 1503 3) GrafUlrich für sich und seine Gemahlin Magdalena, geb. von Oettingen, auf den PeterGeßler einen Gewaltsbrief (Vollmacht) ausstellte, um wegen ihren Forderungen andie Verlassenschaft weil. Gr. Leonhards von Görtz, auf dem zu Jnspruck angesetztenTage zu handeln. Der Ausgang dieses Rechtshandels ist nur in soweit bekannt, alsdie Geschichte uns lehrt: daß K. Mar und seine Nachkommen im Besitze der Graf-schaft Görtz verblieben. Diese Erbansprüche des Gr. Ulrichs aber beruhten auf derVerwandtschaft seiner Gemahlin Magdalena, geb. Gr, von Oettingen-Wallerstein mitobigem Keonhard, Gr. von Görtz. Ihre Großmutter war nämlich Margareth, Gr.von Görtz, welche mit Gr. Johann von Oettingen-Wallerstein (ff 1449) vermähltwar. Der einzige Sohn aus dieser Ehe war Gr. Ludwig von Oettingen - Waller-stein, der Vater der obigen Magdalena, Gr. Ulrichs d. j. Gemahlin^).
Gr. Ulrich hatte nur einen Sohn, Wilhelm, welcher aber vor ihm (den 8. Ja-nuar 1509) starb und nach Langenau begraben wurde, dagegen drei Töchter, Mar-gareth, Eva und Ursula, welche alle verheirathet waren und ihren Vater über-lebten.
Graf Ulrich selbst starb am Mittwoch vor dem Pfingsttage 1520 und wurdewie sein Sohn Wilhelm in Langenau begraben. Mit Gr. Ulrich starb zugleich diemännliche Nebenlinie der Gr. von Montfort-Tettnang aus und die sämmtlichenGüter fielen nach dem Tode seiner Frau an die Linie der Gr. von Montfort zu Ro-thenfels und Argen (1526) zurück, wie oben schon angegeben wurde.
Gr. Hugo, Wilhelms Sohn und Bruder Gr. Ulrichs des ältern, war der
H S. Anh. Nr. 322.
2) S. Anhang Nr. 323.
2) S. Anhang Nr. 324.
Strelins Geschichte der Gr. von Oettingen, S. 155.