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Stifter der Montfort-Rothenfelser Linie, welche sich auch von Argen, ihrem Resi-denzschlosse, schrieben. Schon im I. 1459 war Hugo Rath des Herzogs Sigmund,welchen er zum gemeinen Hauptmami seiner Vorlands setzte, wie der Herzog diesesdem Grafen Ulrich von Würtcmberg, dem er in seiner Abwesenheit seine Leute inSchwaben anbefohlen hatte, den 5. August o. I. von Jnfpruck anzeigte (K. Würt.St.-Archiv). Im I. 1463 bewilligt Kaiser Friedrich ihm und seinem Bruder Ul-rich, daß alle freien Leute, die in ihren Herrschaften wohnten, keinen anderen, alsihren Schirm annehmen sollen, jedoch unbeirrt des freien Zuges und ihrer andernRechte i).
Graf Hugo wohnte anfänglich meistens auf seinem Schlosse Rothenfels, alsaber dasselbe 1463 verbrannte, ließ er es zwar wieder aufbauen, hielt sich aber vonda an mehr in Jmmenstadt und Argen auf. Gr. Hugo erhielt laut Urkunde, äst.Gräz, am Montag nach Kreuzerfindung 1473 , von dem Kaiser Friedrich m. dieBegünstigung, welche die Churfürsten Ernst von Sachsen und Albrecht von Bran-denburg, liat. Augsburg 1473, von Reichswegen bestätigten, daß das SchloßRothenfels mit der zugehörigen Herrschaft und Marken zu einer Reichsgraf-schaft mit Regalien, hohen und niedern Gerichten, Herrlichkeiten, Wildbännen,Forsten, Fischereien, Seen, Bergwerken, Geleiten, namentlich mit dem Geleiteüber die Jauch (sog. Joch) bis an den Bodensee, jedoch mit Ausnahme der in dieserGrafschaft gesessenen reichsfreien Leute des sog. obern und untern Sturzes, welchezur Herrschaft Meglofs, so dem Gr. Ulrich, Hugos Bruder, verpfändet war, ge-hörten , erhöht wurde.
Hugo trat ganz in die Fußstapfen seines ältern Bruders, indem er sorgfältigallen Anlaß zu Fehden vermied, sich den Kämpfen der damaligen Zeit, welche vonBasel bis nach Italien durch die Schweizer mit Oestreich, den Kaisern Friedrich undMar, mit Mailand rc. geführt wurden, möglichst fremd blieb und die sich etwa erge-benden Streitigkeiten mit seinen Nachbarn friedlich ausglich, so z. B. i. I. 1436 mitden Seestädten Lindau und Bnchhorn über das Fisch- und Schiffsrecht auf dem obernTheil des Bodensees, i. I. 1458 mit seinem Bruder Ulrich über die hohe und niedereGerichtsbarkeit an der Argen u. s. w. Eben so wurde ein Streit zwischen dem Bis-thum Augsburg, dem Grafen Hugo von Montfort und der Stadt Kempteneiner-, und den von Heimenhofen andererseits auf den Befehl des Kaisers von demHerzog Sigismund, laut Urkunde zu Bregen;, den 26. Nov. 1464 friedlich aus-geglichen.
Ueberhaupt war der Geist der Zeit in so weit ein friedlicher geworden, als dieMenschen, Edle und Bürger, einerseits der Privatfehden (des Faustrechts) müde
u Haggemüller, I. 699.