Im Jahre 1566 verkauft Gr. Ulrich an den Cardinal und Bischof Otto vonAugsburg das Schloß und die Herrschaft Burgberg (im dermal, bairischen Landge-richte Sonthofen), welche sein Vater vor drei Jahren erkauft hatte. Die bedeu-tendste Veräußerung aber war die der alten Grafschaft Rothenfels, ein Eigenthum,welches die Grafen von Montfort seit mehr als 300 Jahren besessen hatten, eineVeräußerung, welche nur die dringendste Noth rechtfertigen konnte, oder der sichdem Gr. Ulrich aufdringende Gedanke, daß er ohnedies der letzte seiner Familie seiund seine Güter dann doch in gewissermaßen fremde Hände kommen würden. DieserKauf wurde wahrscheinlich schon im I. 1563 oder 1561 mit Johann Jakob Freih.von Königseck abgeschlossen, von Kaiser Maximilian n. in Augsburg zwar erst un-term 18. Sept. 1566 bestätigt, schon vorher aber den 15. Sept. 1565 hatte K.Marimilian n. den Freih. von Königseck zu Wien mit der erkauften Grafschaft Ro-thenfels sammt Stiefenhafen und Jmmenstgdt belehnt Die Kaufsumme war155,000 Fl. Der Kauf erstreckte sich auf die ganze Grafschaft Rothenfels, wieGr. Ulrich sie besessen, nur behielt sich derselbe Argen, die hohe und niedere Ge-richtsbarkeit daselbst, das Fischrecht (Fischenz) auf dem Bodeusee von dem SchlosseArgen bis zu dem Breitenstein als die Halden in den See gehen, vor. Eben sosolle ihm, dem Gr. Ulrich, der Titel und das Wiederlösungsrecht von und auf dieGrafschaft Rothenfels, sowie das Recht, silberne Münzen zu schlagen und ein Drit-tel des Ertrags von Bergwerken verbleiben.
Erstere Ausnahme scheint geschehest zu sein, damit nicht etwa der Freih. vonKönigseck oder dessen Erben auch Argen ansprechen könnten, weil diese letztere Herr-schaft, wenn schon ursprünglich für sich bestehend, doch seit 1440 mit Rothenfelsvereinigt war, die hohe Gerichtsbarkeit aber und das Münzrecht^), welche dieMontforte ausübten, wurden vorbehalten, weil diese wohl von dem Besitze derGrafschaft Rothenfels, als altem Gaugrasenrechte, herrührten und deßhalb ur-sprünglich nicht zu Argen gehörten.
Noch bei seines Vaters Lebzeiten um das Jahr 1560 trat Graf Ulrich vonMontfort, der sich Herr von Wasserburg schrieb, in die Dienste des Albrechts,
in die Braittach, so auß dem Walsertal herausläufst, dasselbig Wasser hinab biß in dieVier und die Mer hinunder biß an c'rstgemelt Orth deß Brunsers Hoff. ,
i) S. Anhang Nr. 336.
Dieses Mi'mzrecht übten die Gr. von Montfort bis auf das I. 1735 aus, in wel-chem Jahre der Münzhof zu Langenargc» aufhörte, an dessen Stelle ein Fruchtstadel erbautwurde. Ich selbst besitze griff Montforter Münzen von den Gr. Hugo, Johann, Autouund Crnest von 1665—1734. Nach dem Verkaufe der Montforter Herrschaften an Oestreichverlegte letzteres 1780 die Münzstätte nach Günzburg.