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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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seiner Leute zur calvinischen Lehre, die sich aus der Schweiz an dem deutschen Uferdes Bodensees verbreitete, auf alle mögliche Weise zu verhindern. So strafte er(1563) drei Bürger von Argen um Geld, weil sie gegen sein Verbot calvinische-Bücher sich angeschafft und eines Mannes gespottet hatten, der eine Wallfahrt nachEinsiedelei unternommen hatte. Dieses Strafnrtheil ließ er zur Warnung in derKirche zu Argen und 1564 auch in Wasserburg verlesen.

Seine eigenen, wohl auch von seinem Vater noch herrührenden Schuldenzwangen den Gr. Ulrich, mehrere seiner ererbten Besitzungen zu veräußern. Dieerste Veräußerung Ulrichs war ein Tausch im Jahre 1564 mit dem Bisthum Augs-burg, dem er alle zur Grafschaft Rothenfels gehörigen Unterthanen und Gefalle,welche auf dem rechten Ufer der Jller, wo Rothenbnrg und Fluchenstein liegen, gegendie Bisthums Augsburgischen Unterthanen und Gefalle auf dem linken Ufer überläßt.Dieser Tausch und resp. Verkauf scheint schon von dem Vater, dem Gr. Hugo, ge-schehen und nur von dem Gr. Ulrich vollzogen worden zu sein, sowie der Verkaufder Grafschaft Rothenfels, indem zu beiden schon Kaiser Ferdinand i. (ff 1564den 25. Juli) seine Zustimmung gegeben hatte, den Gr. Hugo überlebte. KaiserMar ii. belehnte zu Augsburg 1564 den Cardinal Bischof Otto und das Domka-pitel zu Augsburg mit dem ihnen von Gr. Ulrich von Mvntfort überlassenen Theilvon Rothenfels auf dem rechten Ufer der Jller und bestätigte zugleich den deßhalberrichteten Tausch- und Kaufvertrags).

i) Nach dieser Urkunde (Montforter Urk.-Samml. S. 198, s. Anh. Nr. 333) solltealles, was das Bisthum Augsburg .früher im Rothenfelsischen auf dem linken Jlleruferbesaß, dem Gr. Ulrich gehören, dagegen ersteres alles erhalten, was von der GrafschaftRothenfels auf dem rechten Jllerufer lag, mit Rothenberg und Fluchenstein. Den Umfangdieses letzteren Distrikts beschreibt die Urkundein der Mer unterhalb der Brukh zue Siaiii,ungevar der Euden des Brunsers Hoff und Guet daran stoßt, anzuefaheu, unterhalb derDörfer Greggenhofen und Weyer hirumb biß in Steinberg und höchsten Zinkhen, da dannain Eggmarkh schaltet, Sonnenhalb daß Hauß Oesterreich, Obendthalb Mondtfort, undMitternachthalb den Stifft Augspurg, und dann auß gemclten Steinenberg biß in denWeißenbach, auß dem Weißenbach in Winthag, auß dem Winthag in den nechsten Stainoder Berg genandt der Scheißer, auß dem Scheißer in daß Rauhhorn der Hornbachspitzvon etlichen genandt, auß dem Rauchhorn in daß Kugelhorn, auß dem Kugelhorn in Be-rengachspitz, von etlichen die Alipatinspitz genandt, von dannen in die Lorchwandt, auß derLorchwandt in den Hohcnvogel, alß dann gehn die Markhen hin gegen dem Lechtalwertz, von dannen in höchsten Madelenspitz, aus dem Madelenspitz in höchsten Rappen-kopf, auß dem Rappenkops in daß Biberhorn am höchsten, auß dem Biberhorn oben aufsHaldenwang auff Egg, von dannen in die Alb Tauffaschberg, auß derselben, in die Alb "Warmaßgrundt gen Schlappolt, von Schlappolt in die Alb, genandt Söler, auß der-selben in die Enge hinder Kornach, gnandt der Zinkh, durch daßelbig Tobel und Buchte