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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Betehnuüg stattgefunden hatte. Ein I», . LayinanN ivar ihr Agent und ihre Ai>-sprüche wirklich auch so gegründet, daß sich Kaiser Mar II. bewogen fand, die demErzherzog Ferdinand ertheilte Belehnung zurückzunehmen') und die ganze Erbschaftdes Gr. Ulrichs von Montfort-Tettnang den fünf Söhnen des Gr. Jakob vonMontfort-Bregenz, Herrn zu Beckach rc. mit dem zu überlassen, daß besagte fünfBrüder die Schulden des verstorbenen Gr. Ulrichs, des Erblassers, bezahlen, sichmit den weiblichen Agnaten wegen den Allodien abfinden und auf alle ihre An-sprüche, welche sie auf die Herrschaft Bregenz machten, verzichten sollten. Im Jahre1376 wurden sodann diese fünf Brüder mit Tettnang, Argen und den Gütern,welche Gr. Ulrich in Schwaben besessen, von Sem Kaiser belehnt und ergriffen nochin demselben Jahre Besitz von diesen neuerworbenen Herrschaften, verließen auchSteiermark und zogen nach Schwaben, woselbst sie die Stifter einer neuen Linie derGr. von Montfort zu Tettnang wurden, welche erst im I. 1787 erlosch.

§. 12 .

Die Grasen von FNontsort - Kregenz neuerer Finte.

(13541525).

Der alte Gr. Wilhelm il. von Tettnang und Bregenz (f 1354) hatte zweiSöhne, Heinrich III. und Wilhelm III. hinterlassen (s. §. 8.). Letzterer (GrafWilhelm) erhielt die Grafschaft Bregenz mit allen Zugehorden, die HerrschaftSchomburg, die Kellnhöfe bei Lindau, die Pfandschaft über Eglofs, die Hälfte derSteuer zu Mengen mit 35 Mark Silber, sowie die einzelnen Güter, welche derGraf Wilhelm, sein Vater, in Churrhätien und Wallgau besessen hatte. Die Lagedieser Länder, welche dem Gw Wilhelm als Erbsantheil zufielen, war von der Art,daß sie ihre Besitzer fast unvermeidlich in Fehden, welche in diesen Gegenden so häufigwaren, verwickeln und eine Art von Abhängigkeit von den mächtigern Nachbarnherbeiführen mußten, welche höchst nachtheilig auf das Gedeihen und selbst die Fort-dauer dieser Linie der Mvntforter Familie einwirkten. Einerseits waren es die Eid--

') Doch auch Erzhcrz. Ferdinand suchte einigen Vortheil aus seiner Verzichtleistung zuziehen, indem er mit den Montfortischen Brudern den 8. Jan. 1576 zu Jnspruck einen Ver-trag abschloß, nach welchem ihm gestattet wurde, zwei östr. Zollstätten in den HerrschaftenTettnang und Langenaracn, jedoch ohne Präjudiz der Montfortischen Landeshoheit, anzu-legen, zugleich mußten die Brüder versprechen, daß, wenn sie obige Herrschaften oder Was-serburg verkaufen wollten, dem Erzherzog das Vorkaufsrecht zustehen sollte. (St. GaltenArchiv.)

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