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genossen (Appenzeller und Glarner), welche besonders zu Anfang des 15ten Jahr-hunderts sich im Rheinthal an den Grenzen der Herrschaft Bregenz festsetzten, sowiedie zwar stammverwandten, aber gegen die Montforte seit einer Reihe von Jahrenfeindlich gesinnten Werdenberger, welche mit dem Bisthum Chur, den kriegerischenund unabhängigen Edlen von Toggenburg, Rätzuns und Vatz die MontfortischenBesitzungen umschlossen, andererseits waren es die östreich. Habsburgischen Fürsten,welche, sowie sie an Länderbesitz immer mehr von ihren alte» Stammlanden an dieEidgenossen verloren, allem aufboten, um diesen Verlust an den an Throl angren-zenden Vorfanden auf jede Weise und um jeden Preis zu ersetzen und die durch dieErwerbung von Feldkirch, Neuburg, mehreren Lehen von dem Bisthume Chur,sowie mehrerer Werdcnbergischcr Besitzungen die Herrschaft Bregenz immer mehr ein-schlössen, bis endlich, auch diese von der Neumontfort-Bregenzer Linie an sie über-lassen werden mußte. Dazu kam noch, daß die Mitglieder dieser durch den GrafenWilhelm gestifteten Linie sich, den Gr. Hugo ausgenommen, im allgemeinen wederdurch besondere kriegerische noch andere Talente auszeichneten, vielmehr dieselben,selbst im Vergleich mit ihren Vettern, den Gr. von Montfort-Tcttnang und denGr. von Werdenberg, welchen keine größere Hülfsmittel zu Gebote standen, nur einenoch mehr untergeordnete Rolle spielten, so daß wir von mehreren derselben oftwenig mehr, als ihren Namen wissen.
Gr. Wilhelm, der Stifter dieser Linie, ein Sohn des ältern Grafen Wilhelmund Bruders des Gr. Heinrich, des Stifters der ältern Tettnanger Linie, hattenach der Erbstheilung von 1334 obige Güter seines Vaters übernommen. Dazuerhielt er noch von seiner Frau, Ursula t), oder wie sie einige, jedoch mit Unrecht,nennen, Margareth, eine geb. Gräfin von Hohcnberg, die Städte und SchlösserHaigerloch und Ebingen mit Zugehörden. Die Mutter seiner Frau war nämlichUrsula, des Grasen Ulrich von Psyrts und der Johanna von Mömpelgard Tochter,welche den Gr. Hugo von Hohenberg geheirathet und als Niederlage ihres Hei-rathsgutes und zugleich für sich und ihre beiden Kinder, Hugo und obige Ursula,obbenannte Städte und Schlösser erhalten hatte. Gr. Wilhelm III. heirathete nundie Tochter des Gr. Hugo von Hohenberg und der Gr. Ursula geb. von Psyrts.
>) Seine erste Frau soll eine Gr. Ursula von Pettau gewesen sein. sowie seine zweiteGr. Ursula, geb. von Hohenberg in erster Ehe den letzten Gr. von Pfannenberg zum Ge-mahl gehabt haben. Doch herrscht hier noch einiges Dunkel und es dürfte wohl die GräfinUrsula von Pettau und die Gräfin Ursula von Hohenberg eine und dieselbe Person gewesensein, indem Hohenberg ihr Familienname und Pettau sowie Pfannenberg der ihres erste«Mannes war.
-) S. Sattlers historische Beschreibung von Wnrtemb. Kp. XXXN. S. 9.